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Japaner betreiben Finanz-Dumping

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aus DER SPIEGEL 21/1986

Japans Bank-Managerwollen es ihren Kollegen aus der Industrie gleichtun. Wie einst die Automobil-, Kamera- oder Uhrenhersteller die Weltmärkte mit Niedrigpreisen eroberten, so treten jetzt Japans Banken mit Billigangeboten auf den Finanzmärkten der Welt an. Die japanischen Banken, die vom japanischen Exportboom der letzten Jahre profitiert haben, schwimmen im Geld. Um Fuß zu fassen, nehmen Japans Banker daher offenbar auch niedrige Gewinnmargen in Kauf. Inzwischen vergeben die Asiaten im Ausland mehr Kredite als die traditionell in diesem Geschäft führenden Amerikaner. In Großbritannien etwa entfällt schon fast ein Viertel des gesamten Kreditvolumens auf japanische Banken. So beschuldigte Sir Timothy Bevan, Chef der Londoner Barclays Bank, der größten Bank Englands, seine japanischen Kollegen, »Dumping« zu betreiben. Deutschlands Banker zeigen sich von der Offensive der Japaner einstweilen unbeeindruckt. In der Bundesrepublik liegt der Anteil japanischer Geldhäuser am gesamten Kreditvolumen noch unter einem Prozent.

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