Japans Börsenskandal Livedoor-Manager tot aufgefunden

Der Börsenskandal um den japanischen Internetkonzern Livedoor hat eine tragische Wende genommen. Ein enger Mitarbeiter von Konzernchef Takafumi Horie wurde tot aufgefunden. Der Aktienmarkt in Tokio erholte sich unterdessen von den Turbulenzen der vergangenen Tage.


Tokio - Hories Assistent, der 38-jährige Hideaki Noguchi, wurde bereits gestern mit aufgeschnittenen Pulsadern in einem Hotel auf der südjapanischen Insel Okinawa gefunden, berichteten die Zeitung "Yomiuri Shimbun" und die Agentur Jiji Press. Livedoor-Chef Horie zeigte sich demnach vom Tod seines Mitarbeiters überrascht. Die Polizei wollte sich zu dem Fall vorerst nicht äußern.

Livedoor-Chef Horie: Kein Fehlverhalten festgestellt
AP

Livedoor-Chef Horie: Kein Fehlverhalten festgestellt

Die Behörden hatten Livedoor und die Wohnung von Konzernchef Horie Mitte der Woche durchsucht. Gegen das Internetunternehmen wird weiter wegen des Verdachts der Kursmanipulation im Zuge der Übernahme eines Unternehmens sowie wegen angeblicher Bilanzfälschung ermittelt. Livedoor erklärte heute, bei einer internen Untersuchung sei kein Fehlverhalten in Zusammenhang mit der Unternehmensübernahme festgestellt worden

Nachdem die Vorwürfe öffentlich wurden, geriet der japanische Aktienmarkt zuletzt in einen Abwärtssog und belastete auch andere Handelsplätze. Nach den Panikverkäufen machte die Börse in Tokio heute wieder Boden gut. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verzeichnete am Ende des um eine halbe Stunde verkürzten Handels einen kräftigen Aufschlag von 355,10 Punkten oder 2,31 Prozent auf 15.696,28 Punkte.

Nach dem Livedoor-Schock blickten die Investoren nun wieder auf Japans wirtschaftliche Fundamentaldaten, sagten Händler. Analysten hatten die starken Abgaben an den beiden Vortagen nicht zuletzt darauf zurückgeführt, dass die Investoren nach den Kursgewinnen der vergangenen Monate nach einem Anlass gesucht hätten, Gewinne mitzunehmen. Die massiven Verkaufsaufträge hatten gestern das Computersystem der Börse an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Daraufhin wurde der Handel vorzeitig abgebrochen. Heute wurde die Handelszeit zudem um eine halbe Stunde verkürzt.



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