Jeffrey Brian Straubel Tesla-Mitgründer hilft Volkswagen bei der E-Offensive

Gemeinsam mit Elon Musk hat er Tesla zur heutigen Größe geführt. Mittlerweile wittert Jeffrey Brian Straubel ein Milliardengeschäft im Batterierecycling: Er unterstützt den VW-Konzern beim Wiederverwerten seiner E-Auto-Akkus.
Redwood-Materials-Chef Straubel: Er will das Rohstoffproblem lösen, das die ganze Autobranche umtreibt

Redwood-Materials-Chef Straubel: Er will das Rohstoffproblem lösen, das die ganze Autobranche umtreibt

Foto: Aaron M. Sprecher / Bloomberg / Getty Images

Er ist bei Weitem nicht so bekannt wie Elon Musk, aber er war für den Erfolg von Tesla genauso wichtig: Jeffrey Brian (»JB«) Straubel, 46, stieß 2004 zum kalifornischen Start-up und konstruierte die Batterien für dessen E-Autos. Im fünfköpfigen Kreis der Tesla-Gründer ist er neben Musk der einzige, der es laut »Forbes«-Magazin zum Milliardär gebracht hat. Bis 2019 diente er dem E-Auto-Pionier als Technologiechef.

Nach seinem Ausscheiden bei Tesla will er nun das Rohstoffproblem lösen, das die gesamte Autobranche umtreibt: Metalle wie Lithium, Mangan oder Kobalt werden für die Elektrowende in gigantischen Mengen benötigt – und oft unter fragwürdigen Bedingungen gewonnen.

Anzeige
Simon Hage, Martin Hesse

Aufholjagd

Ein SPIEGEL-Buch: Der Kampf um Kunden, Ideen, Innovationen – Wie die deutschen Autobauer zurück an die Weltspitze wollen
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Seitenzahl: 304
Für 24,00 € kaufen

Preisabfragezeitpunkt

03.12.2022 03.52 Uhr

Keine Gewähr

Produktbesprechungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Über die sogenannten Affiliate-Links oben erhalten wir beim Kauf in der Regel eine Provision vom Händler. Mehr Informationen dazu hier

Straubels Firma Redwood Materials will die begehrten Rohstoffe aus alten E-Auto-Akkus gewinnen und zu hochwertigem Neumaterial verarbeiten. Auch andere Firmen wie der belgische Materialtechnologiekonzern Umicore oder der deutsche Chemieriese BASF wittern im Batterierecycling bereits ein Milliardengeschäft.

In Teslas Heimatmarkt USA hat Redwood Materials nun einen großen Deal verkündet: Künftig wird der Recyclingspezialist sämtliche ausrangierten Batterien der Autohersteller Volkswagen und Audi auf dem US-Markt wiederaufbereiten. Dazu wird Redwood mit mehr als 1000 VW- und Audi-Händlern in den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

In den Recyclingfabriken in Nevada sollen dann mehr als 95 Prozent der in den Altbatterien eingesetzten Metalle wiederverwendet werden. Um Transportwege und den damit verbundenen CO2-Ausstoß zu senken, sollen die recycelten Rohstoffe in den USA verbleiben, zu neuen Batteriezellen verarbeitet werden und direkt vor Ort in neuen E-Autos landen.

Die Idee dahinter: Die Batterie macht heute 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten eines E-Autos aus. Redwood verspricht nun, E-Autos durch geringere Material- und Transportkosten deutlich günstiger zu machen.

Volkswagens US-Tochter will bis 2030 zu mehr als 50 Prozent reine Elektroautos verkaufen – und mithilfe des Recyclings eine Kreislaufwirtschaft etablieren. In Deutschland, wo der Konzern gerade den Grundstein für eine Batteriezellenfabrik in Salzgitter gelegt hat, baut er zudem eine eigene Recyclinganlage auf.

Redwood und VW hoffen, durch ihre Aktivitäten den Wandel zur E-Mobilität in den USA beschleunigen zu können. Noch liegen die Vereinigten Staaten bei der Elektrowende im Rückstand: Während in den wichtigsten europäischen Märkten im ersten Quartal bereits 13 Prozent der Neuzulassungen reine Stromer waren, betrug die E-Auto-Quote in den USA nur fünf Prozent.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.