Job-Auslagerung Ver.di lehnt Angebot der Telekom ab

Ver.di sieht im von der Deutschen Telekom vorgelegten Angebot zur Ausgliederung von bis zu 50.000 Mitarbeitern in konzerneigene Gesellschaften alles andere als ein konstruktives Angebot. Verhandlungsführer Lothar Schröder erteilte dem Vorschlag eine kategorische Absage.


Bonn - "Bei dem jetzigen Denkmodell ist eine Einigung völlig ausgeschlossen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder am Vormittag auf einer Pressekonferenz in Bonn. Das weitere Vorgehen werde am Nachmittag mit der Großen Verhandlungskommission beraten. Inhaltlich seien sich die Parteien in den jüngsten Verhandlungen nicht näher gekommen.

Demonstrierende Mitarbeiter der Deutschen Telekom: Neuer Termin für Verhandlungen steht noch nicht fest
DPA

Demonstrierende Mitarbeiter der Deutschen Telekom: Neuer Termin für Verhandlungen steht noch nicht fest

"Das ist eine katastrophale Zumutung für die Beschäftigten", kritisierte Schröder, der auch im Aufsichtsrat des Bonner Konzerns sitzt. Die Vorschläge des Konzerns für die Gehälter betrachte er nicht als Angebot.

Die Vertreter der Telekom Chart zeigen hatten vorgeschlagen, die Löhne der von der geplanten Auslagerung betroffenen Mitarbeiter in den kommenden zweieinhalb Jahren um 12 Prozent zu senken. Im Gegenzug sei die Telekom bereit, den Kündigungsschutz für die betroffenen Mitarbeiter um zwei Jahre bis Ende 2010 zu verlängern. Außerdem will sich der Konzern verpflichten, die drei neuen Tochtergesellschaften unter dem Namen T-Service, in die die Beschäftigten transferiert werden sollen, ebenfalls bis Ende 2010 nicht zu verkaufen.

Die Verhandlungsführer hätten Ver.di vorgeschlagen, die gleitende Annäherung der Löhne an das Marktniveau mit sozialen Ausgleichsmaßnahmen zu begleiten, sagte ein Konzernsprecher am Morgen. Zudem stellte der Konzern die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Aussicht, wobei die Beschäftigten weniger verdienen sollen.

Telekom und Ver.di hatten in der vergangenen Nacht ihre Verhandlungen vertagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Die Tarifparteien hatten zuvor nach Angaben des Bonner Konzerns in der vierten Verhandlungsrunde eine Annäherung erzielt. Die Telekom will die Mitarbeiter in Servicegesellschaften unter dem Dachnamen T-Service auslagern und damit die Kosten senken und die Servicequalität verbessern.

In den vergangenen Tagen hatte Ver.di Warnstreiks organisiert, an denen zuletzt nach ihren Angaben bundesweit 12.000 Beschäftigte teilnahmen.

mik/dpa/Dow Jones



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