Job-Markt Arbeitslosenzahl sinkt im November

Die Wirtschaftskrise hat den Arbeitsmarkt noch nicht erreicht: Die Zahl der Job-Suchenden sank im November leicht. Die Bundesagentur für Arbeit sieht dennoch keinen Grund für Optimismus. Schon im kommenden Quartal dürften die Arbeitslosenzahlen wieder ansteigen.


Nürnberg/Berlin - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im November um 8000 auf 2,99 Millionen gesunken, erklärte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag. Das entspricht einem Minus von 390.000 gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 7,1 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,1 Prozent gelegen.

Bundesagentur für Arbeit: "Der Arbeitsmarkt ist noch stabil"
DDP

Bundesagentur für Arbeit: "Der Arbeitsmarkt ist noch stabil"

Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl ging stärker als erwartet zurück. Sie sei um 10.000 auf 3,15 Millionen gesunken, teilte die BA mit. Experten hatten zuvor mit einem Rückgang um lediglich 1000 Personen gerechnet. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 4000 und im Osten um 6000 ab.

"Der Arbeitsmarkt ist noch stabil", erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. So befinde sich die Nachfrage nach Mitarbeitern weiter auf hohem Niveau. Allerdings mehrten sich die Anzeichen, dass der wirtschaftliche Abschwung auch bald den Arbeitsmarkt erfassen werde.

Ökonomen teilen Weises Einschätzung: "Wir freuen uns über eine der vorerst letzten Verbesserungen am Arbeitsmarkt. Die konjunkturellen Impulse laufen aus", sagt Andreas Scheuerle von der DekaBank. Er erwartet allerdings, dass die Verschlechterung nicht so gravierend ausfallen wird wie in vorherigen Rezessionsphasen. "Die Unternehmen können flexibler auf die Krise reagieren als früher", erklärt Scheuerle. "Die Zahlen sind besser als erwartet. Im Vergleich zum Jahresanfang hat die Belebung am Arbeitsmarkt aber nachgelassen. Sie wird auslaufen und sich ins Gegenteil verkehren", prognostiziert auch Stefan Schütz von der Helaba.

Trotz Rezession gingen in Deutschland zuletzt so viele Menschen einer Arbeit nach wie noch nie. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte im Oktober mit 40,84 Millionen einen neuen Rekordstand, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Das waren 538.000 oder 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Konjunkturflaute kommt nach den Erfahrungen der Statistiker "häufig erst mit einigen Monaten Verzögerung" auf dem Arbeitsmarkt an. Die fünf Wirtschaftsweisen sagen voraus, dass die Zahl der Erwerbstätigen im kommenden Jahr um rund 80.000 sinkt. Das wäre der erste Rückgang seit 2005.

Bereits im Dezember dürfte die Drei-Millionen-Marke bei den Arbeitslosen nach Einschätzung der BA winterbedingt wieder überschritten werden. Auch in der üblichen Frühjahrsbelebung in der ersten Jahreshälfte 2009 werde die Zahl von drei Millionen dann nicht mehr unterschritten. Der Wirtschaftsabschwung werde laut Bundesagentur spätestens im zweiten Quartal 2009 auf dem Arbeitsmarkt ankommen.

suc/dpa/Reuters



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