Job trotz Ruhestand Berlin streicht Hinzuverdienstgrenze für Rentner

Gehen Senioren früher in den Ruhestand als vorgesehen, müssen sie bei einem Nebenjob bestimmte Einkommensgrenzen beachten. Andernfalls droht eine Rentenkürzung. Die Regelung fällt jetzt weg.
Seniorin mit Geldscheinen: Zustimmung des Bundestags gilt als Formsache

Seniorin mit Geldscheinen: Zustimmung des Bundestags gilt als Formsache

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imagebroker / IMAGO

Senioren, die das reguläre Rentenalter noch nicht erreicht haben, sollen in den kommenden Jahren unbegrenzt hinzuverdienen können, ohne dass die vorgezogene Altersrente gekürzt wird. Der Bundestag beschloss am späten Donnerstagabend, die Hinzuverdienstgrenze ersatzlos zu streichen. In den vergangenen beiden Jahren lag sie für Frührentner im Rahmen einer befristeten Corona-Sonderregelung bei rund 46.000 Euro. Ohne die geplante Gesetzesänderung würde sie zum 1. Januar 2023 automatisch wieder auf 6300 Euro im Jahr sinken.

Zu dem Maßnahmenbündel gehören unter anderem auch großzügigere Hinzuverdienstmöglichkeiten in der Künstlersozialkasse (KSK). Während deren Mitglieder bisher maximal 450 Euro im Monat aus einer nicht-künstlerischen Tätigkeit verdienen durften, bleiben sie künftig so lange über die KSK abgesichert, wie die künstlerische oder publizistische Tätigkeit noch als "Hauptberuf" erkennbar ist.

»Statt die Ausnahmeregelung aus der Coronakrise zu verlängern, wird die Grenze nun endgültig entfallen«, sagt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler.

Darüber hinaus enthält das vom Bundestag verabschiedete Gesetzespaket eine Reihe von Maßnahmen zur Digitalisierung: So werden zahlreiche Vorgänge wie die Meldung von Elterngeldzeiten oder die Ausstellung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung von der bisherigen Papierform komplett auf elektronische Verfahren umgestellt.

Auch für Empfänger einer Erwerbsminderungsrente soll es deutliche Verbesserungen geben. Bei der Rente wegen voller Erwerbsminderung soll ein jährlicher Hinzuverdienst von rund 17.800 Euro anrechnungsfrei sein. Die Grenze werde künftig jährlich neu festgelegt und an die Entwicklung der anderen Sozialversicherungsgrenzen angepasst, so Karbe-Geßler.

Nebenjob verpflichtet zur Steuererklärung

Unabhängig von der Hinzuverdienstgrenze ist der Hinzuverdienst zu versteuern, wenn zusammen mit der Rente der steuerliche Grundfreibetrag überschritten wird. Die Abgabe einer Steuererklärung ist in jedem Fall Pflicht. Darin könnten Frührentner mit Nebenjob dann aber auch etwa Fahrtkosten oder Kosten für Berufskleidung und Arbeitsmittel als Werbungskosten geltend machen, rät Karbe-Geßler.

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Senioren, die das reguläre Rentenalter bereits überschritten haben, sind von der Hinzuverdienstgrenze nicht betroffen. Sie dürfen ihre Rente beliebig aufbessern, ohne eine Kürzung befürchten zu müssen.

mik/dpa
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