Jobabbau bei Nokia Siemens Networks Die Münchner trifft es besonders hart

Schwarzer Freitag für die Mitarbeiter von Nokia Siemens Networks in München: Der Stellenabbau im Unternehmen trifft sie besonders hart. Rund 1500 Jobs werden in der bayerischen Landeshauptstadt gestrichen.


München – Arbeitnehmer und Arbeitgeber von Nokia Siemens Networks (NSN) einigten sich heute, wie genau der Abbau von 2290 Arbeitsplätzen vonstatten gehen wird, den das Unternehmen angekündigt hat. Schwerpunkte des Stellenabbaus seien die drei Standorte in München mit insgesamt 1500 und Berlin mit rund 450 Stellen, teilte das Unternehmen heute mit.

"Das Ergebnis wurde nach harten und intensiven Verhandlungen erzielt", erklärte der NSN-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Georg Nassauer. Die mit dem Unternehmen getroffene Vereinbarung sehe keine betriebsbedingten Kündigungen vor, sondern Ausstiegsvarianten wie Aufhebungsverträge mit Abfindungen, Qualifizierungsangebote und Unterstützung bei der Stellensuche, teilte die IG Metall mit.

"Mehr war nicht rauszuholen", erklärte der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer. Die Gewerkschaft bewertete es als positiv, dass nicht, wie ursprünglich vorgesehen, 3000 Stellen abgebaut werden. Zudem sei mit NSN eine Innovationsinitiative vereinbart worden, die die deutschen Standorte langfristig sichern solle.

Weltweit sollen 9000 Stellen gestrichen werden

Das Unternehmen begründete den Personalabbau mit Überschneidungen in verschiedenen Bereichen und Funktionen sowie Anpassungen im Produktangebot und Vertrieb. Zudem müssten die Prozesse verschlankt werden.

Siemens hat seine krisengeschüttelte Netzwerksparte in das am 1. April gestartete Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia eingebracht. Ursprünglich hatte der Telekomausrüster angekündigt, in Deutschland bis zu 2900 der 13.000 Arbeitsplätze zu streichen. Ende Juni nannte das Unternehmen dann die Zahl von 2290 Jobs, die gestrichen werden sollen. Weltweit sollen bei Nokia Siemens 9000 von bisher 60.000 Stellen wegfallen.

Als größter Standort des weltweit tätigen Unternehmens habe Nokia Siemens Networks Deutschland eine "Schlüsselfunktion" im Konzern, hieß es. Die Innovationsfähigkeit des Unternehmens solle über eine mit den Beschäftigtenvertretern vereinbarte Initiative gestärkt werden. "Auch dies dient der langfristigen Sicherung des Unternehmensstandortes Deutschland für Nokia Siemens Networks", erklärte Nokia Siemens.

ase/Ap/dpa



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