Jobangst Wirtschaftskrise drückt Krankenstand auf Rekordtief

Trotz Grippewelle - so selten waren Arbeitnehmer seit fast 20 Jahren nicht mehr krank: Im Durchschnitt fehlten die Beschäftigten im ersten Quartal 2009 nur 1,8 Arbeitstage. Furcht vor Jobverlust in der Krise treibt auch Kränkelnde an den Arbeitsplatz.


Berlin - Aus Angst vor einer Kündigung melden sich deutsche Arbeitnehmer einem Zeitungsbericht zufolge so selten krank wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Der Krankenstand in deutschen Betrieben sei zwischen Januar und März trotz Grippewelle auf den niedrigsten Stand eines Jahresanfangs seit der Wiedervereinigung gesunken, heißt es in einem Bericht der "Welt" unter Berufung auf die jüngsten Statistiken des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Die Arbeitnehmer fehlten demnach im ersten Vierteljahr durchschnittlich lediglich 3,26 Prozent der Sollarbeitszeit oder 1,8 Arbeitstage.

Arbeitsmarktexperten machen vor allem die steigende Jobangst in Zeiten der schweren Wirtschaftskrise für die sinkenden Krankenstände verantwortlich. "In wirtschaftlichen Krisenzeiten haben die Beschäftigten mehr Angst, ihren Job zu verlieren. Tendenziell sinken in solchen Zeiten die Krankenstände", sagte Joachim Möller, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit, der Zeitung .

Vor zehn Jahren lag der Krankenstand im ersten Quartal nach Angaben des Blattes mit 4,4 Prozent der Sollarbeitszeit noch um 25 Prozent höher. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Krankenstand Anfang dieses Jahres um fünf Prozent gesunken.

cai/reuters/AFP



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