Jobmarkt Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober laut einem Pressebericht auf 4,556 Millionen zurückgegangen. Es ist der dritte Rückgang in Folge. Experten sprechen von saisonalen Effekten.


Berlin - Im Vergleich zum Vormonat seien gut 94.000 weniger Arbeitslose registriert gewesen, im Vergleich zum Vorjahr knapp 350.000 mehr, berichtet der Berliner "Tagesspiegel" unter Berufung auf die Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Die Bundesagentur will heute die Oktober-Zahlen veröffentlicht.

Produzierendes Gewerbe: Weniger Arbeitslose als erwartet
DPA

Produzierendes Gewerbe: Weniger Arbeitslose als erwartet

Allerdings gehe das höhere Niveau dieses Jahres vor allem auf rein statistische Effekte der Hartz-Arbeitsmarktreformen zurück, hieß es. Saisonbereinigt betrage der Rückgang 36.000. Der Oktober war demnach der dritte Monat in Folge mit besseren Daten.

Die Arbeitslosenquote verringerte sich von 11,2 auf 11,0 Prozent. Der Schnitt der ersten zehn Monate des Jahres liege etwas unter der Zahl von 4,9 Millionen Arbeitslosen, die die Bundesagentur im Jahresmittel erwartet.

Das Absinken der Arbeitslosenzahl übertrifft die Prognosen von Analysten und Volkswirten. Die leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt hat nach Auffassung der Experten vorwiegend saisonale Gründe: Viele Unternehmer deckten sich nach Ende der Sommerferienzeit noch einmal mit neuen Kräften ein. Demgegenüber sind die Wachstumsimpulse, die zu einer konjunkturellen Erholung des Arbeitsmarkts beitragen könnten, nach Ansicht der Fachleute noch zu schwach.

Unternehmen weiten Produktion aus

Erst gestern hieß es allerdings, dass die deutsche Industrie auch dank zunehmender heimischer Nachfrage an Fahrt gewinnt und vermehrt Mitarbeiter einstellt. Der RBS/BME-Einkaufsmanagerindex (EMI) stieg im Oktober um 2,1 auf 53,1 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit über einem Jahr, wie die britische Forschungsgruppe NTC mitteilte.

"Wegen der stärkeren Nachfrage nach deutschen Industrie-Erzeugnissen weiteten die Firmen ihre Produktion erneut aus und erhöhten ihre Beschäftigung", erklärte NTC zu seiner Umfrage unter rund 500 Industrie-Einkaufsmanagern. Die Produktion legte ebenfalls so stark zu wie seit einem Jahr nicht mehr - dennoch kam sie der Nachfrage aus dem In- und Ausland nicht hinterher. Daher bauten die Firmen ihre Fertigwarenlager so stark ab wie nie zuvor in der seit 1996 laufenden Umfrage.

"Um die höhere Auslastung zu bewerkstelligen, weiteten zahlreiche Unternehmen ihre Kapazitäten aus und stellten zum ersten Mal seit September 2004 per saldo wieder neues Personal ein", erklärte NTC. weiter Der Beschäftigungsindex erreichte mit 50,7 Punkten sogar den höchsten Stand seit fast viereinhalb Jahren.



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