Jobsuche Clement fordert mehr Mobilität von Arbeitslosen

Wolfgang Clement erhöht den Druck auf die rund 5,2 Millionen Arbeitslosen in Deutschland. In Zukunft müssten sie mehr Mobilität und Einsatz bei der Arbeitssuche zeigen, forderte der Minister für Wirtschaft und Arbeit.


Berlin - Derzeit bestehe in Deutschland wenig Bereitschaft, sich zu verändern, um seinen Job zu behalten oder um an einen neuen Arbeitsplatz zu kommen, sagte Clement am Sonntag in einem Interview des Deutschlandfunks. "All dies geht natürlich so nicht weiter, wie es bisher in Deutschland ist."

Forderung nach Mentalitätswandel: Wolfgang Clement
AP

Forderung nach Mentalitätswandel: Wolfgang Clement

Clements Äußerung erinnert an das Zitat, mit dem seine Frau Karin vor kurzem für Aufregung sorgte. Gegenüber der "Welt am Sonntag" hatte die Ministergattin gesagt: "Wer einen Job wirklich will, kriegt ihn auch". Den Satz nahm die "Bild"-Zeitung zum Anlass für eine ihrer Kampagnen: Mehrere "Experten" und Bürger durften sich über Frau Clements Taktlosigkeit empören.

Der Bundeswirtschaftsminister betonte im Deutschlandfunk erneut, er gehe davon aus, dass die Spitze der Arbeitslosigkeit überschritten sei. "Die Zahlen werden nicht noch weiter steigen", sagte er.

Eine ähnlich optimistische Einschätzung hatte gestern bereits der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Jürgen Thumann, gegeben. Der Stellenabbau werde 2005 gestoppt, sagte der Arbeitgebervertreter.

Als Gründe für seine Hoffnung führte Clement zweierlei an: Zum einen verringere sich im Frühling die saisonale Arbeitslosigkeit, zum anderen sei die Bundesagentur für Arbeit (BA) inzwischen so weit, auch zu vermitteln. "In den ersten 100 Tagen von Hartz IV ging es ja vor allen Dingen darum, etwas Neues aufzubauen. Jetzt gilt: Vorrang für Vermittlung", sagte der SPD-Politiker.

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BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt hatte gestern gegenüber dem "Focus" gesagt, die Bundesagentur wolle Arbeitlose verstärkt in Jobs vermitteln, die bisher nur von Ausländern angenommen werden, besonders in den Branchen Gastronomie und Landwirtschaft. Dazu zählen etwa Spargelstechen und Gurkenernte.

Im März war die Zahl der Arbeitslosen leicht gesunken. Nach der Rekordmarke im Februar von über 5,2 Millionen Arbeitslosen tauchten im März offiziell 5,176 Millionen Menschen in der Statistik auf.



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