Trotz Bidens Besuch in Saudi-Arabien Ölpreis zieht leicht an

Mit einem Besuch beim saudischen Kronprinzen wollte US-Präsident Biden die weltweite Energiekrise entschärfen. Unterdessen fordert Grünenpolitiker Hofreiter von der EU weniger Ängstlichkeit bei der Rohstoffbeschaffung.
Teures Benzin: Ölpreise starten mit Preisaufschlag in die neue Woche

Teures Benzin: Ölpreise starten mit Preisaufschlag in die neue Woche

Foto: Andreas Gebert/ picture alliance / dpa

Noch am Samstag hatte sich US-Präsident Joe Biden fotografieren lassen, wie er den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman per Fistbump begrüßt. Als er am Abend ins Flugzeug in die Heimat stieg, waren die Resultate mager. So will Biden, dass Saudi-Arabien durch die Erhöhung seiner Fördermengen den Ölpreis senkt. Das Land signalisierte lediglich , dass dies begrenzt möglich sei.

Entsprechend angespannt sind die Ölpreismärkte in die neue Woche gegangen. Die Sorte Brent aus der Nordsee stieg bis zum Mittag um zwei Prozent auf 103,24 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um gut 1,8 Prozent auf 99,40 Dollar. In den vergangenen Wochen waren die Erdölpreise überwiegend gefallen. Auslöser sind Befürchtungen, dass die globale Wirtschaft in eine Rezession abgleiten könnte . Dies würde auch die Nachfrage nach Rohöl, Benzin und Diesel bremsen.

Ungeachtet dessen bewegen sich die Ölpreise weiter auf hohem Niveau. Verglichen mit dem Jahresanfang liegen die Preise etwa 35 Prozent höher. Hauptgrund ist der Krieg Russlands gegen die Ukraine und Sanktionen gegen Russland seitens vornehmlich westlicher Länder. Das Angebot von russischem Erdöl ist infolgedessen vor allem in der westlichen Hemisphäre stark gefallen.

Hofreiter regt Einkaufskartelle an

Um die Preise für Energieimporte zu drosseln, hat sich der Grünen-Europapolitiker Anton Hofreiter unterdessen für europäische Einkaufskartelle ausgesprochen. »Russland ist noch nicht am längeren Hebel, wenn wir richtig agieren«, sagte der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag am Montag im ARD-»Morgenmagazin«. Er befürworte den Vorschlag des italienischen Regierungschefs Mario Draghi, »nämlich dass wir Einkaufskartelle gründen und die europäische Nachfragemacht bündeln und die Preise deckeln«.

Anton Hofreiter (Archivbild): »Die Energiekosten würden nach unten gehen«

Anton Hofreiter (Archivbild): »Die Energiekosten würden nach unten gehen«

Foto: Michele Tantussi / REUTERS

Dies hätte mehrere positive Auswirkungen, sagte der Grünenpolitiker. Russland würde weniger Geld durch seine Energieexporte einnehmen, die Inflation würde sinken »und die Energiekosten für die Menschen würden nach unten gehen«.

Die Außenminister der Europäischen Union beraten am Montag in Brüssel über eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland. Hofreiter monierte, dass der italienische Vorschlag dabei nicht zur Diskussion steht. Dies zeige, dass »zu große Angst davor herrscht, dass Russland von sich aus den Erdgashahn abdreht«, sagte er. »Und da merkt man: Man macht sich dadurch erpressbar.«

Er rät zu mehr Konsequenz. »Die Europäische Union muss da mehr Stärke zeigen«, forderte Hofreiter. »Wenigstens sich trauen, so einen Preisdeckel einzuführen, wäre das Richtige.«

sol/dpa/AFP
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