Impfstoffhersteller Johnson & Johnson plant Unternehmensspaltung

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson war zuletzt vor allem für seinen Coronaimpfstoff bekannt, produziert aber auch Shampoo, Salben und Mundwasser. Künftig sollen die Bereiche getrennt werden.
Was anderes als Penaten-Creme: Johnson & Johnson hat auch den Janssen-Impfstoff in seinem breiten Produktportfolio

Was anderes als Penaten-Creme: Johnson & Johnson hat auch den Janssen-Impfstoff in seinem breiten Produktportfolio

Foto: Dirk Waem / BELGA / AFP

Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J) plant die Aufspaltung in zwei börsennotierte Unternehmen. Der Konzern wolle seine Konsumgütersparte, in der unter anderem Pflaster und Babypuder hergestellt werden, in den kommenden 18 bis 24 Monaten abtrennen, sagte Konzernchef Alex Gorsky dem »Wall Street Journal«.

Übrig bleibt dann die Pharmasparte, samt der rezeptpflichtigen Medikamente und Medizintechnik. Das sei der beste Weg, um nachhaltiges Wachstum langfristig zu sichern, sagte Gorsky. Der Konzern bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung. Die Aktie legte vorbörslich um vier Prozent zu.

Der Konzern habe sich dazu entschlossen, weil sich die beiden Unternehmensteile in den vergangenen Jahren auseinanderentwickelt hätten, sagte Gorsky. Die Pharmasparte ist die weitaus größere Konzernsparte. Das Unternehmen bezifferte das Geschäft mit zulassungspflichtigen Medikamenten und Medizintechnik auf eine Umsatzgröße von voraussichtlich 77 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr. Zu den Wachstumsbringern gehört unter anderem der Coronaimpfstoff des Konzerns.

Konsumgüter sind die kleinere Sparte

Die Sparte mit Konsumgütern, die auch rezeptfreie Arzneien enthält, steuert 2021 auf rund 15 Milliarden Dollar Erlös zu. Darunter fallen vor allem Hautpflege- und Kosmetikprodukte, Mundwasser, Shampoo und Hygieneartikel. Johnson & Johnson hat unter anderem Marken wie Listerine, Bebe, Dolormin und Penaten im Angebot.

Bis Ende 2022 soll die neue Organisation des Konsumgüterkonzerns stehen. J&J muss dazu aber auch noch mit Arbeitnehmervertretern sprechen, auch die Behörden müssen noch ihre Zustimmung geben. Nach den Vorstellungen des Konzerns soll die Trennung über den Kapitalmarkt vollzogen werden und damit steuerfrei bleiben.

Spalterei ist in Mode

Zuletzt hatten andere Großkonzerne ihre Aufspaltung angekündigt, darunter der US-Industrieriese General Electric und der japanische Elektronikkonzern Toshiba. In Deutschland hatte sich in den vergangenen Jahren der Siemens-Konzern weitgehend in einzelne Geschäftsbereiche aufgespalten.

Vielfach üben große Investoren Druck auf Konglomerate aus, weil sie die Überlappungen und Synergien innerhalb der Konzerne für gering halten. Anleger erhoffen sich von solchen Aufspaltungen, zielgerichteter in verschiedene Geschäftsmodelle investieren zu können.

mamk/dpa