Ex-EU-Kommissionschef Barroso heuert bei Goldman Sachs an

Goldman Sachs engagiert den ehemaligen EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso als Berater. Als Grund nennt die Investmentbank das "tiefe Verständnis von Europa", das der Portugiese mitbringe.
José Manuel Barroso (2014)

José Manuel Barroso (2014)

Foto: Virginia Mayo/ AP

Der ehemalige EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso arbeitet künftig für die US-Investmentbank Goldman Sachs in London. Der Portugiese werde Berater und "Präsident ohne Geschäftsbereich" bei Goldman Sachs International mit Sitz in der britischen Hauptstadt, teilte die Bank mit. Barroso war von 2002 bis 2004 Regierungschef von Portugal. Danach leitete er bis 2014 die EU-Kommission in Brüssel.

Er werde die Bank bei der Beratung von Kunden unterstützen, die "mit dem herausfordernden und unsicheren wirtschaftlichen Marktumfeld" zurechtkommen müssten, teilten die Co-Chefs von Goldman Sachs International, Michael Sherwood und Richard Gnodde mit. "José Manuel bringt eine enorme Erfahrung mit und vor allem ein tiefes Verständnis von Europa."

Spekulationen, der 60-Jährige sei vor allem verpflichtet worden, um bei der Bewältigung der Folgen des Brexit-Votums in Großbritannien zu helfen, trat die Bank entgegen. Gespräche mit Barroso habe es bereits seit etwa einem Jahr gegeben, teilte das Unternehmen gegenüber dem US-Sender CNBC mit. Zuvor war Barroso selbst von der "Financial Times" mit den Worten zitiert worden, er werde alles tun, um die negativen Effekte der Brexit-Entscheidung zu lindern.

Etwa 5000 der rund 6000 Mitarbeiter von Goldman Sachs International sind in London beschäftigt. Wie viele internationale Investmentbanken prüft Goldman Sachs nach dem Brexit-Votum, inwieweit es sein Geschäft in der EU noch von London aus betreiben kann.

asa/dpa/Reuters/AFP