Schwachstellen im Beton Riesiges Windrad komplett gesprengt

Die Rotorblätter erreichten eine Höhe von bis zu 239 Metern: 2021 brach ein neues Riesenwindrad im Ruhrgebiet zusammen – wegen Betonschäden. Im Rheinland wurde nun eine baugleiche Anlage gesprengt.
Jüchen: Das Windrad fällt bei der Sprengung in sich zusammen

Jüchen: Das Windrad fällt bei der Sprengung in sich zusammen

Foto: Henning Kaiser / dpa

Wegen gravierender Schäden am Betonturm ist am Sonntag im nordrhein-westfälischen Jüchen ein Windrad mit einer Nabenhöhe von 164 Metern gesprengt worden. Die Sprengung der kompletten Anlage mit Rotorblättern und Maschinenhaus war nötig geworden, nachdem eine schrittweise Demontage aus Sicherheitsgründen nicht möglich gewesen war.

Die Anlage gehörte zum Windpark Jüchen A44n. Auch die anderen fünf Windkraftanlagen des Parks werden aus Sicherheitsgründen demontiert. Nach dem Abbau der Hauptkomponenten und des oberen Turmteils aus Stahl soll auch bei ihnen der untere Betonteil gesprengt werden.

Jüchen: Die Reste des wegen Baumängeln gesprengten Windrads

Jüchen: Die Reste des wegen Baumängeln gesprengten Windrads

Foto: Henning Kaiser / dpa

Die Windräder des Windparks stehen seit Monaten aus Sicherheitsgründen still, nachdem im Herbst vergangenen Jahres ein baugleiches Windrad in Haltern an der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Münsterland eingestürzt war. Die Anlage wurde dabei komplett zerstört. Auch in Jüchen wurde bei einer der sechs Anlagen ein Schaden am Turm festgestellt. Die Anlagen in Jüchen waren zum Zeitpunkt der Stilllegung noch nicht an die drei Betreiber übergeben worden. Dies war eigentlich für Ende 2021 geplant gewesen.

Grünstrom für 26.000 Haushalte

Auf dem Gelände des Windparks sollen nach dem Rückbau im kommenden Jahr sechs neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 27 Megawatt errichtet werden. Das teilten der Hamburger Windkraftanlagenbauer Nordex und die künftigen Betreiber – RWE, die Stadt Jüchen und der Energieversorger New – am Sonntag mit . Sie sollen Grünstrom für 26.000 Haushalte produzieren.

Der Windpark steht auf einer rekultivierten Fläche des Braunkohletagebaus Garzweiler. Für die Sprengung am Sonntagvormittag wurde die Autobahn 44 in beiden Richtungen voll gesperrt.

Die Anlagen zählen zu den größten Windkraftanlagen an Land in Deutschland. Sie haben eine Nabenhöhe von 164 Metern, die Rotorblätter erreichen eine Höhe von bis zu 239 Metern. Zum Vergleich: Die Türme des Kölner Doms haben eine Höhe von rund 157 Metern.

Nordex hatte im September mitgeteilt, dass Schwachstellen im Spannbeton für den Einsturz in Haltern verantwortlich waren. Der Turm war von einer Zulieferfirma hergestellt und errichtet worden, von der Nordex sich nach eigenen Angaben inzwischen getrennt hat. 18 weitere, baugleiche Anlagen, alle in Deutschland, hatte Nordex nach dem Einsturz in Haltern gestoppt. Den Angaben zufolge  wurde bereits mit dem Austausch der Betontürme an diesen Anlagen begonnen.

wit/dpa
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