Jürgen Höller Drei Jahre Haft für den Erfolgversprecher

Der Motivationstrainer Jürgen Höller ist am Dienstag zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach ihn der Untreue, des vorsätzlichen Bankrotts und der falschen eidesstattlichen Versicherung schuldig.


Jürgen Höller: Die Erde hat ihn wieder
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Jürgen Höller: Die Erde hat ihn wieder

Würzburg - Strafmildernd wirkte sich Höllers Geständnis aus, sagte die Vorsitzende Richterin. Der Staatsanwalt hatte dreieinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung zweieinhalb Jahre. Höller hatte gestanden, 900.000 Euro Firmengeld abgezweigt zu haben. Anlässlich des Prozesses sagte Höller: "Ich war damals geblendet und hatte die Bodenhaftung verloren." Die Verteidigung hatte für eine Strafe nicht über drei Jahren plädiert.

Staatsanwalt Reinhold Emmert warf Höller vor, Geld von Investoren beiseite geschafft zu haben, um es eventuellen Rückzahlungsansprüchen zu entziehen. Die Geschädigten hatten vor dem Börsengang Anteile seiner Inline AG gekauft. Höllers Verteidiger Sven-Thorsten Oberhof verwies auf zweifelhafte Berater, die Höller durch falsche Ratschläge geschadet hätten. "Heerscharen von Beratern haben sich um ihn geschart, weil sie mit dem Logo Höller viel Geld verdienen wollten", sagte er.

Ein Strafmaß von mehr als zwei Jahren kann nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. Höller zeigte sich in seinem Schlusswort reuig: "Ich habe in der Haft etwas gelernt, das wichtig war - nämlich Demut." Insofern sei die Zeit nicht umsonst gewesen. Der Motivationstrainer, der mit Büchern Millionen umsetzte und in ausverkauften Hallen sprach, hat im Gefängnis ein neues Buch begonnen, das Ende April erscheinen soll.



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