Jugendliche 2,4 Milliarden Mark Taschengeld

Sie sind jung und stürzen sich gerne in den Konsumrausch. Deutsche Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren sind alles andere als knapp bei Kasse: Pro Kopf stehen ihnen etwa 260 Mark monatlich zur Verfügung.

Frankfurt - Das geht aus einer Studie des Instituts für Jugendforschung (IJF) in München hervor. Fleißig Geld ausgeben, das machen die Jugendlichen gerne, berichtete Christiane Reimann vom IJF am Dienstag bei der Vorstellung der Studie "Youth Browser 2001" in Frankfurt. Kein Wunder, bei insgesamt 2,4 Milliarden Mark Taschengeld im Monat.

Vom Handy bis zum Fernseher - die Teens sind entsprechend gut mit Unterhaltungselektronik ausgestattet. So besitzen 91 Prozent der Mädchen und Jungen ein eigenes Radio, 79 Prozent einen CD-Spieler und 70 Prozent einen Walkman. Einen eigenen Fernsehen haben 65 Prozent. Über ein eigenes Handy verfügen 58 Prozent. Einen Computer besitzt mehr als jeder dritte Jugendliche.

Diese üppige Ausstattung bestimmt natürlich das Freizeitverhalten: 95 Prozent sehen am liebsten fern, 92 Prozent bevorzugen das Musikhören. Aber auch Freundschaften werden noch gepflegt: Freunde treffen ist für 90 Prozent der Jugendlichen am wichtigsten.

Bei einer täglichen Berieselung vor der Glotze von durchschnittlich drei Stunden - am Wochenende sind es sogar vier Stunden - kennen die Jugendlichen entsprechend viele TV-Stars. Nahezu jeder Jugendliche (98 Prozent) kennt Stefan Raab und Verona Feldbusch. Ex-Containerbewohner Zlatko ist mit einem Bekanntheitsgrad von 95 Prozent sogar noch berühmter als Harald Schmidt (94 Prozent).

Bei den Politikern kommen nur Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Altkanzler Helmut Kohl (CDU) auf einen ähnlich hohen Wert, dafür sind ihre Sympathiewerte deutlich schlechter. Denn politikverdrossen sind die meisten der befragten Mädchen und Jungen. Wenn am Sonntag Bundestagswahlen wären, ginge jeder Dritte nicht wählen. 25 Prozent der Jugendlichen in den alten und 30 Prozent in den neuen Bundesländern gaben an, sich gar nicht für Politik zu interessieren.

Für die Studie befragten die Forscher im vergangenen November insgesamt 1321 Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren zu ihrer Mediennutzung, zu Wertevorstellungen und dem Freizeit- und Konsumverhalten. Die Studie wurde von der Media Agentur Starcom Worldwide in Zusammenarbeit mit der ARD-Werbung Sales&Services, dem Axel Springer Young Mediahouse und der Außenwerbeagentur IT Works initiiert.