Jura kurios Wem gehört eigentlich der Kölner Dom?

Er zählt zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands - aber wer ist eigentlich der Eigentümer des Kölner Doms? Die Anwälte Christian Rauda und Jochen Zenthöfer sind den kuriosen Besitzverhältnissen auf den Grund gegangen.
Kölner Dom: Symbol des Katholizismus in Deutschland

Kölner Dom: Symbol des Katholizismus in Deutschland

Foto: DPA

Dem Bischof von Köln

Falsch. Gerade in Köln ist das nicht so - zum Leidwesen des dortigen Bischofs. Hier erfahren Sie mehr zum Eigentum am Dom.

Dem Vatikan

Falsch, dem Vatikan gehören keine Kathedralen in Deutschland. Hier erfahren Sie, wem der Dom wirklich gehört.

Der Hohen Domkirche zu Köln

Richtig. Hier können Sie weitere Informationen zum Dom lesen.

Niemandem

Falsch. Hier erfahren Sie mehr zum Eigentum am Dom.

Die Erklärung

Der Kölner Dom ist etwas Außergewöhnliches. Das gilt nicht nur für seine Höhe: Mit über 157 Metern ist er das dritthöchste Kirchengebäude der Welt - und das zweithöchste in Europa (nach dem Ulmer Münster). Auch seine Größe ist imposant. Der Kölner Dom ist die weltweit drittgrößte Kathedrale im gotischen Baustil, nach der Kathedrale von Sevilla und dem Mailänder Dom. Und schließlich sind die Eigentumsverhältnisse spannend. Der Kölner Dom gehört der "Hohen Domkirche zu Köln", das ist eine juristische Person des öffentlichen Rechts. Da diese Hohe Domkirche nicht selbst öffentlich auftreten kann, um zum Beispiel unliebsame Besucher des Doms zu verweisen, lässt sie sich vom Metropolitankapitel, auch Domkapitel genannt, vertreten. Im Grundbuch der Stadt Köln heißt es heute zu der Eigentümerstellung wörtlich: "Hohe Domkirche (vertreten durch das Metropolitankapitel) in Köln".

Was ist das Domkapitel? Es ist das leitende Gremium an katholischen Bischofskirchen und besteht aus dazu erwählten 112 Geistlichen. Auch in Köln gibt es dieses Domkapitel. Es vertritt also die Hohe Domkirche im Rechtsverkehr und nimmt das Hausrecht wahr. Also haben weder der Bischof noch der Oberbürgermeister oder gar der Vatikan das Hausrecht.

Das führt zu kuriosen Situationen. So wurde das berühmte, wie ein farbenfrohes Mosaik aussehende und von dem bekannten deutschen Künstler Gerhard Richter 2007 erstellte Südquerhausfenster vom Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner heftig abgelehnt. Dass das Fenster trotzdem in den Dom eingebaut wurde, hat damit zu tun, dass er nicht Eigentümer des Doms ist. Wäre Meisner Bischof in Bamberg, München oder Speyer geworden, hätte er bei einer solchen Frage selbst entscheiden können.

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