26.000 Tonnen Mais Käufer will Ladung der »Razoni« nicht mehr haben

Wochenlang haben die Kriegsparteien um die freie Fahrt des Getreidefrachters »Razoni« gefeilscht. Dem Käufer aus dem Libanon dauerte das offenbar zu lang.
Getreidefrachter »Razoni«: Neuer Abnehmer gesucht

Getreidefrachter »Razoni«: Neuer Abnehmer gesucht

Foto: Mehmet Caliskan / REUTERS

Der libanesische Käufer der ersten ukrainischen Getreidelieferung per Schiff seit Beginn des russischen Angriffskriegs hat die Bestellung storniert. Grund sei die fünfmonatige Verzögerung der Lieferung, teilte die ukrainische Botschaft im Libanon mit. Daher hätten sich Käufer und Spediteur auf eine Annullierung des Auftrags geeinigt. Nun werde ein neuer Abnehmer gesucht.

Die »Razoni« hatte am Montag vergangener Woche mit rund 26.000 Tonnen Mais den ukrainischen Hafen Odessa in Richtung Libanon verlassen und hätte eigentlich am vergangenen Sonntag im libanesischen Hafen Tripoli anlegen sollen. Bereits Ende vergangener Woche deuteten sich Verzögerungen an. Zuletzt ankerte die »Razoni« nach Angaben der Ortungsseite Marine Traffic vor der Mittelmeerstadt Mersin in der Südtürkei.

Wegen des russischen Angriffskriegs waren in den vergangenen Monaten alle Getreideexporte der Ukraine aus ihren Schwarzmeerhäfen blockiert, was zu einer Lebensmittelkrise weltweit beigetragen hatte. Erst kürzlich einigten sich Russland, die Ukraine, die Türkei und die Uno auf ein Abkommen, um die Blockade zu überwinden. Am vergangenen Montag erreichte erstmals ein solcher Frachter seinen Zielhafen.

mik/AFP
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