Kahlschlag Quam streicht über 800 von 900 Stellen

Die Entlassungen beim faktisch still gelegten Mobilfunk-Anbieter Quam fallen offenbar noch radikaler aus als befürchtet. Die Rumpffirma soll nur noch eine zweistellige Zahl von Angestellten beschäftigen.


Quam-Standort in Hamburg: Die ersten Filialen sollen noch diese Woche dicht machen
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Quam-Standort in Hamburg: Die ersten Filialen sollen noch diese Woche dicht machen

München - Wie mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Firmenkreise melden, sollen mindestens 800 Arbeitsplätze wegfallen. Ein Großteil der Beschäftigten arbeitet am Firmensitz in München. Von den bundesweit 15 Quam-Filialen sollten voraussichtlich noch in dieser Woche fünf geschlossen werden. Die übrigen Läden werden später ebenfalls dicht gemacht. Derzeit prüft Quam nach Worten des Sprechers außerdem alle bestehenden Verträge mit Partnergeschäften. Der Sprecher wollte sich aber nicht zur Zahl der Entlassungen äußern. "Die Verhandlungen über einen Sozialplan dauern noch an", sagte er.

Der Quam-Mehrheitsgesellschafter Telefónica Móviles hatte vor zwei Wochen bekannt gegeben, das Quam-Geschäft auf Eis zu legen. Zunächst war in Branchenkreisen von einem Abbau von mehr als 400 Stellen die Rede. Offiziell heißt es, das Unternehmen werde sich weiterhin um die bereits gewonnenen Kunden und die Vorbereitungen für das UMTS-Geschäft kümmern. An seiner UMTS-Lizenz hält Quam trotz des Verkaufsstopps fest. "Wir haben und halten die UMTS-Lizenz", sagte der Sprecher.

Quam ist der Markenname des Konsortiums Group3G, das im August 2000 neben D1, Vodafone, E-Plus, O2 und MobilCom für mehr als acht Milliarden Euro eine UMTS-Lizenz ersteigert hatte. An dem Konsortium ist neben dem Mehrheitseigentümer Telefónica noch die finnische Sonera beteiligt. Quam nutzte zunächst das GSM-Handynetz von E-Plus und wollte sich damit einen Kundenstamm für das UMTS-Zeitalter sichern. Der Anbieter hatte seit dem Start im November aber nur rund 200.000 Kunden gewonnen.



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