Kalifornien Notstand in Hightech-Land

Gouverneur Gray Davis hat wegen der Energiekrise in Kalifornien den Notstand ausgerufen. Hunderttausenden Haushalten wurde bereits in der Nacht zuvor mehr als eine Stunde der Strom abgedreht.


Los Angeles leuchtet: Wie lange noch?
DPA

Los Angeles leuchtet: Wie lange noch?

Sacramento - Davis wies die zuständige Wasserbehörde am späten Mittwochabend (Ortszeit) an, auf dem freien Markt Strom zu kaufen, wie amerikanische Fernsehsender berichteten. So sollen weitere Stromabschaltungen vermieden werden.

Die seit Monaten andauernde Energiekrise in Kalifornien hatte sich am Mittwoch zugespitzt. Erstmals wurde gezielt Hunderttausenden von Haushalten der Strom abgedreht, um Energie einzusparen. Experten befürchten eine Verschärfung der Lage, wenn am Donnerstagmorgen Elektroheizungen hochgedreht, Kaffeemaschinen angeschaltet und die Büros geöffnet werden.

Die verfügten "Blackouts" am Mittwochabend dauerten jeweils 60 bis 90 Minuten. Zu den betroffenen Städten gehörten San Francisco, San Jose und Oakland in Nord- und Mittelkalifornien. Ausgenommen waren nur wichtige Einrichtungen wie Krankenhäuser, Feuerwehr und Polizei. Autofahrer wurden zur Vorsicht gemahnt, weil vielerorts auch die Ampeln außer Betrieb waren.

Kalifornien fehlt seit langem Elektrizität, weil in dem Westküstenstaat aus Umweltschutzgründen seit zehn Jahren keine neuen Kraftwerke mehr gebaut worden sind, der Strombedarf jedoch drastisch gestiegen ist. Eine vor vier Jahren eingeleitete Liberalisierung der Stromwirtschaft hat die Marktpreise in die Höhe getrieben.



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