Kamerakonzern in Not Banken streichen Leica die Kredite

Mehrere Gläubiger haben mit dem defizitären Kamerahersteller Leica die Geduld verloren und ihr Engagement zurückgefahren. Die Finanzkrise des Traditionsunternehmens spitzt sich zu.

Frankfurt am Main - Angesichts der hohen Verluste kündigten Gläubigerbanken teils die Kreditlinien, erklärte die im hessischen Solms ansässige Firma. Für Leica-Aktionäre ist dies die zweite Hiobsbotschaft binnen weniger Tage. Am Freitag hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass ein Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals zu erwarten sei.

Leica Camera   teilte weiter mit, die verbleibenden Kreditlinien deckten den derzeitigen Liquiditätsbedarf noch. Das Management verhandele mit den Banken über eine Lösung, die das Unternehmen bis zur angekündigten außerordentlichen Hauptversammlung am 31. Mai trage. Auf dem Aktionärstreffen will Leica den Anteilseignern Kapitalmaßnahmen vorschlagen, die das Unternehmen noch nicht näher benennen wollte.

Der traditionsreiche Kamerahersteller wird das Geschäftsjahr 2004/05 am 31. März voraussichtlich mit einem operativen Verlust von zehn Millionen Euro abschließen. Zusammen mit einem Verlustvortrag von 1,6 Millionen Euro aus dem Vorjahr sinkt das Kapital der Leica Camera AG damit unter die Schwelle von 50 Prozent des Grundkapitals. Beim Verlust der Hälfte des Grundkapitals schreibt das Aktiengesetz zwingend die Einberufung einer Hauptversammlung vor, auf der der Vorstand Gegenmaßnahmen präsentieren muss.

Leica hat den Trend zur Digitalfotografie verschlafen und leidet unter Verlusten. Zudem beeinträchtigt der schwache Dollar das Geschäft im Ausland, weil die Kameras made in Germany dadurch teurer werden.

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