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Aligner-Start-Ups Kammer geht gegen Zahnärzte vor

Durchsichtige Plastikschienen zur Korrektur von Zahnfehlstellungen boomen. Mittlerweile gibt es verschiedenen Anbieter, die im Internet massiv werben. Die Berliner Zahnärztekammer droht ihren Mitgliedern Strafen von bis 100.000 Euro an, wenn diese mit den Firmen zusammenarbeiten.
aus DER SPIEGEL 35/2021
Aligner-Schiene

Aligner-Schiene

Foto: Westend61 / ullstein bild

Die Zahnärztekammer Berlin fährt schweres Geschütz gegen Zahnärzte auf, die mit bestimmten Kieferorthopädie-Start-ups zusammenarbeiten. Manche dieser Unternehmen hätten Zahnärzte direkt angestellt oder mit Kooperationsverträgen eingebunden. Beides verstößt aus Sicht der Kammer gegen das Berufsrecht, sei wettbewerbswidrig und »strafrechtlich bedenklich«. Strafen von bis zu 100.000 Euro stehen im Raum.

Aus: DER SPIEGEL 35/2021

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Hintergrund ist die wachsende Zahl von Firmen, die durchsichtige Schienen zur Korrektur von Zahnfehlstellungen anbieten, sogenannte Aligner. Manche Anbieter verschicken Abdruckmasse direkt nach Hause und versenden die neuen Schienen per Post. Experten warnen davor, dass eine kieferorthopädische Behandlung regelmäßig überwacht werden müsse und nicht jeder Fall für die »Zahnschienen aus dem Internet« (Branchensprech) geeignet sei.

Die Zahnärztekammer Berlin sagt, dass man bereits mit Markteintritt der ersten Aligner-Anbieter 2019 berufsrechtliche Verfahren gegen Zahnärzte eingeleitet habe. Seitdem würde man »laufend neue Verfahren« eröffnen. Die Kammer schätzt, dass allein in Berlin derzeit rund 30 Zahnärztinnen und Zahnärzte mit Aligner-Anbietern kooperieren. Die Aligner-Start-Ups werden von den Kammern als »berufsfremde Dritte« gewertet, die zahnärztliche Leistungen direkt gegenüber den Patienten anbieten würden. Zahnärzte, die mitmachen würden, machten sich »freiwillig zu Erfüllungsgehilfen«. Laut Kammer dürfen Aligner-Behandlungen nur durch Zahnärzte erfolgen.

mum
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