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17. April 2008, 19:50 Uhr

Kampf um den Anzeigenmarkt

Kulturminister unterstützt Verleger gegen Post-Gratisblatt

Gelb, handlich, gratis: In großem Stil will die Deutsche Post den Markt für überregionale Anzeigenblätter erobern. Sehr zum Verdruss der Zeitschriftenverleger. Diese erhalten nun einen prominenten Mistreiter. Kulturstaatsminister Neumann will das Blatt stoppen - wie ist unklar.

Berlin - Eine Gefahr für die freie Presse - das sieht der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) Wolfgang Fürstner in dem geplanten Gratis-Blatt der Post. Eine solche Publikation mit redaktionellen Inhalten in Millionenauflage führe zu einer gefährlichen Wettbewerbsverzerrung. Die Bundesrepublik als nach wie vor größter Anteilseigner der Post sei gefragt. Jetzt hat Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) den Zeitungs- und Zeitschriftenverlegern seine Unterstützung zugesagt.

Bernd Neumann: Bundesrepublik als größter Anteilseigner soll eingreifen
DPA

Bernd Neumann: Bundesrepublik als größter Anteilseigner soll eingreifen

Anfang April gab die Deutsche Post bekannt, in großem Stil in den Markt für überregionale Anzeigenblätter einzusteigen und damit die Zeitschriftenverlage massiv anzugreifen. Demzufolge plant der Konzern zunächst ein Wochenblatt, das über die Themen Internet, Telekommunikation und Computer berichten soll.

"Ich hoffe, dass wir diese Entwicklung bremsen können", sagte Neumann zum Start der Nationalen Initiative Printmedien, einem bundesweiten Netzwerk, das die Bedeutung der Printmedien als politische Leitmedien stärken soll. Er habe vor, "in diesem kritischen Sinne" tätig zu werden.

Die Gefahr, dass der Staat als Miteigentümer der Post Einfluss auf redaktionelle Inhalte nehmen könnte, müsse ausgeschlossen werden, auch wenn der Anteil des Bundes nur 30 Prozent ausmache.

sil/AP

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