Kampf um Yasmin Bayer verliert Patentstreit um Anti-Baby-Pille

Yasmin gehört Bayer nicht allein: Das US-Gericht von New Jersey hat das Patent des Pharmakonzerns für die umsatzstarke Pille für ungültig erklärt. Ein US-Generikahersteller darf damit eine billigere Kopie auf den Markt bringen.


Leverkusen - Die Niederlage im Patentrechtsstreit schickt die Bayer-Aktie auf Talfahrt: Das Papier verlor in den frühen Handelsstunden über fünf Prozent und gehörte damit zu den größten Verlierern im Dax. Zuvor hatte ein Gericht in New Jersey das Patent von Bayer für das orale Verhütungsmittel Yasmin im Rechtsstreit mit dem Generika-Hersteller Barr Laboratories für ungültig erklärt.

Herstellung von Yasmin: Bayer prüft Folgen für Yaz
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Herstellung von Yasmin: Bayer prüft Folgen für Yaz

Der Konzern muss sich nun in den USA auf deutliche Umsatzrückgänge einstellen, denn das Urteil erlaubt Barr, eine billigere Version von Yasmin auf den Markt zu bringen. Bayer prüft rechtliche Schritte gegen die Entscheidung. Das Unternehmen werde sein Patent vehement verteidigen, teilte Bayer mit.

Der Konzern hatte Barr 2005 wegen Patentverletzung verklagt, nachdem der Generika-Spezialist die US-Zulassung für eine Nachahmerversion von Yasmin beantragt hatte. Barr räumte zwar ein, dass seine Kopie das Bayer-Patent verletzen würde, hatte aber Gegenklage eingereicht, um dieses für ungültig erklären zu lassen. Zuletzt war es im Prozess nur noch um die Wirksamkeit des Patents gegangen. "Das ist eindeutig eine positive Entwicklung für das Unternehmen", sagte Barr-Chef Bruce Downey zu dem Richterspruch.

Der Bayer-Konzern prüft ebenfalls, welche Folgen das Urteil gegen das Yasmin-Patent auf das Verhütungsmittel Yaz hat - einer niedriger dosierten Version von Yasmin. Bis März 2009 dürften Yaz-Nachahmer in den USA jedenfalls nicht auf den Markt kommen, weil Bayer so lange noch die Exklusivrechte habe, teilte der Konzern mit. Neben Barr will auch der US-Generikahersteller Watson Pharmaceuticals eine Nachahmerversion von Yaz auf den US-Markt bringen.

Die umsatzstarke Yasmin erwirtschaftete 2007 für Bayer in den USA rund 321 Millionen Euro Umsatz. Weltweit kam die Produktfamilie um Yasmin, zu der auch die Präparate Yaz und Yasminelle gehören, auf Erlöse von über einer Milliarden Euro.

Aufgrund des Urteils nahm Bayer das Renditeziel für die Gesundheitssparte HealthCare zurück. Die bereinigte operative Umsatzrendite der Sparte wolle Bayer nun in diesem Jahr "in Richtung" 27 Prozent verbessern - von 25,6 Prozent im vergangenen Jahr.

sil/AP/dpa/Reuters



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