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Steueroase Kanalinsel lockt deutsche Anleger

aus DER SPIEGEL 35/1996

Deutschen Steuerflüchtlingen tun sich neue Wege auf. Die Investmentgesellschaft Gartmore hat vom Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen jetzt die Erlaubnis erhalten, ihre auf der Kanalinsel Jersey aufgelegten Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds in Deutschland zu vertreiben. Werden die Anteile in der Steueroase verwahrt, fällt keine Quellensteuer an. Das Münchner Bankhaus Merck, Finck & Co erhielt gerade eine Banklizenz für Geldgeschäfte auf der politisch selbständigen Insel. Seit Steuerfahnder bei deutschen Banken erfolgreich nach Inhabern von Luxemburger Konten und Depots fahnden, haben die nicht zur europäischen Union gehörenden Kanalinseln bei steuerunehrlichen Anlegern an Attraktivität gewonnen. Bei den auf Jersey registrierten 78 Banken wuchsen die Kundeneinlagen in fremder Währung im vergangenen Jahr um 45 Prozent auf umgerechnet 145 Milliarden Mark. Neben Merck, Finck & Co sind drei große deutsche Geldinstitute auf der Insel vertreten: die Deutsche Bank und die Dresdner Bank über ihre britischen Investmenttöchter Morgan Grenfell und Kleinwort Benson sowie die BHF-Bank.

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