Kapitalbedarf Air Berlin entscheidet bald über Börsengang

Air Berlin, Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft, konkretisiert ihre Börsenpläne: Eine Entscheidung für den IPO könnte schon in den kommenden Wochen fallen. Mit dem eingespielten Geld will die Airline Konkurrenten wie easyJet und Ryanair angreifen.


Frankfurt am Main -  "Wir machen uns fit für einen möglichen Börsengang. Aber eine Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel. "Es ist genauso möglich, dass ein privater Finanzinvestor zum Zuge kommt", fügte er hinzu.

Air Berlin: Entscheidung im Frühjahr?
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Air Berlin: Entscheidung im Frühjahr?

Das "Handelsblatt" hatte unter Berufung auf Bankenkreise berichtet, Air Berlin wolle noch vor der Sommerpause an die Börse gehen. "Das dürfte in jedem Fall wohl etwas früh sein. Ich kann mir vorstellen, dass die Entscheidung darüber im Laufe des Frühjahrs fällt", sagte Hauptvogel. Zuvor müsse Air Berlin grundsätzlich über die künftige Wachstumsstrategie entscheiden. Davon hänge auch der Kapitalbedarf ab.

"Wir haben überhaupt keinen Zeitdruck", fügte er hinzu. Air Berlin wolle sich aber zusätzliche Möglichkeiten zur Finanzierung von Wachstum verschaffen, sagte er. Das Unternehmen habe sich daher zum 1. Januar 2006 von einer Kommanditgesellschaft (GmbH & Co KG) in eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (plc.) umgewandelt. Die bisherigen privaten Eigner, zu denen auch Air-Berlin-Chef Joachim Hunold gehört, hätten das Eigenkapital zum Jahresende aufgestockt.

Volumen auf 700 Millionen Euro geschätzt

Beraten wird die Fluggesellschaft bei den Planungen von der Commerzbank Chart zeigen und der Investmentbank Morgan Stanley Chart zeigen. Ein ausdrückliches Mandat für einen Börsengang sei dies noch nicht. Dem "Handelsblatt" zufolge rechnen Bankenkreise damit, dass ein Börsengang von Air Berlin 700 Millionen Euro einbringen könnte.

Die Fluggesellschaft hatte im vergangenen Jahr die Zahl ihrer Passagiere um 12,5 Prozent auf 13,5 Millionen erhöht und den Umsatz um 17 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro gesteigert. Exakte Zahlen zum Gewinn nennt das Unternehmen nicht. Die Gesellschaft mit knapp 2800 Mitarbeitern ist mit Billigflügen in europäische Großstädte und zu den Urlaubszentren rund ums Mittelmeer binnen weniger Jahre zur Nummer zwei in Deutschland hinter der Lufthansa aufgestiegen. Der Erlös aus einem Börsengang würde Air Berlin helfen, die Expansion der Flotte und den Angriff auf die Billigflieger Ryanair und easyJet zu finanzieren.



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