Kapitalflucht Deutsche Konzerne investieren mehr denn je im Ausland

Es ist ein Teufelskreis: Angesichts der schwachen Konjunktur im Inland und schleppender Reformen erhöhen deutsche Unternehmen ihre Investitionen im Ausland - und tragen so mit dazu bei, andere Standorte gegenüber Deutschland weiter zu stärken.


Audi-Werk im ungarischen Györ: Laute Rufe nach Steuersenkung
DPA

Audi-Werk im ungarischen Györ: Laute Rufe nach Steuersenkung

Düsseldorf - Die Summe der Auslandsinvestitionen deutscher Unternehmen wird in diesem Jahr voraussichtlich ein neues Rekordhoch erreichen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), über die das "Handelsblatt" vorab berichtet.

Der Umfrage zufolge planen in diesem Jahr 42 Prozent der befragten gut 7500 Unternehmen höhere Auslandsinvestitionen als im Vorjahr. Hauptziel sind die neuen EU- Mitgliedsländer. Seit ihrem EU-Beitritt ist das Vertrauen deutscher Unternehmen in die rechtlichen Rahmenbedingungen der mittelosteuropäischen Länder deutlich gestiegen. Zudem spielt das Kostenargument eine zentrale Rolle. Unmittelbar nach den EU-Ländern folgt China.

Angesichts des schwachen Wachstums auf dem deutschen Markt setzten die Unternehmen verstärkt auf die Erschließung neuer Märkte, so die Schlussfolgerung des DIHK. "Für die deutsche Reformdebatte heißt das: Wir dürfen nicht nachlassen in der Modernisierung unseres Landes", sagte DIHK- Präsident Ludwig Georg Braun der Zeitung.

"Die Welt um uns herum dreht sich weiter und nimmt keine Rücksicht auf deutsche Wahltermine." Braun verlangte ein Signal von Regierung und Opposition, vor der Bundestagswahl 2006 den Einstieg in eine Unternehmenssteuerreform als ersten Schritt zu einer umfassenden Senkung der Steuersätze.



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