Kapitalspritze Milliardär Warren Buffett steigt bei Goldman Sachs ein

Goldman Sachs bekommt prominente Hilfe: Der Multimilliardär Warren Buffett steigt mit mindestens fünf Milliarden Dollar bei der gebeutelten US-Investmentbank ein. Weitere 2,5 Milliarden will das Institut durch die Ausgabe neuer Aktien gewinnen.

New York - Kapitalspritze für Goldman Sachs: Der Multimilliardär Warren Buffett steigt mit mindestens fünf Milliarden Dollar bei der größten US-Investmentbank ein. Das bestätigte eine Sprecherin der Bank am Dienstagabend in New York.

Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway will für fünf Milliarden Dollar Vorzugsaktien der Investmentbank erwerben, teilte Goldman mit. Diese hätten eine feste Dividende von zehn Prozent. Zudem erhalte Berkshire eine fünf Jahre gültige Option, weitere Aktien im Wert von fünf Milliarden Dollar zum Preis von je 115 Dollar zu kaufen.

Goldman erklärte außerdem, über die Ausgabe neuer Aktien bis zu 2,5 Milliarden Dollar frisches Kapital einwerben zu wollen.

Analysten beurteilten das Engagement als ermutigende Vertrauensbekundung für den gebeutelten US-Finanzmarkt. Buffett selbst sagte, die Bank habe weiter das intellektuelle und finanzielle Kapital, um überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen.

Goldman-Aktien schnellten nach Bekanntgabe der Nachricht nachbörslich um mehr als acht Prozent in die Höhe, nachdem sie zuvor im regulären Handel bereits 3,5 Prozent zugelegt hatten. "Dies ist eine Hochzeit von zwei unglaublich intelligenten, attraktiven Partnern", sagte Michael Holland von Holland & Co in New York.

Buffett, einer der reichsten Menschen der Welt, ist dafür bekannt, erfolgreich in unterbewertete Unternehmen zu investieren. Seine Gesellschaft Berkshire hatte nach letzten Pflichtmitteilungen ein Fondsvolumen von 278 Milliarden Dollar.

Die Bekanntgabe der Kapitalspritze kam nur einen Tag nachdem die Notenbank Fed zugestimmt hatte, Goldman in eine Geschäftsbank umzuwandeln. Goldman-Konkurrent Morgan Stanley geht denselben Weg. Beide Institute können sich nach der Umwandlung bei den Zentralbanken leichter Geld leihen.

Die Finanzkrise beendet damit die Geschichte der großen unabhängigen Investmentbanken der Wall Street in ihrer bisherigen Form. Zu Jahresbeginn gab es noch fünf von ihnen. Investmentbanken sind Spezialisten für lukrative Wertpapiergeschäfte aller Art sowie für Fusionen und Übernahmen von Firmen. Unter hohen Risiken erzielten sie oft enorme Gewinne, mit der Kreditkrise stürzten sie in große Schwierigkeiten, die meisten erlitten Milliardenverluste.

ssu/AP/dpa-AFX/Reuters

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