Karikaturenstreit Muslime koordinieren Produkt-Boykott

Im Streit um die Mohammed-Karikaturen erhöhen Muslime den Druck auf westliche Staaten und dort angesiedelte Unternehmen. Ein Büro soll Boykott-Aktionen zwischen islamischen Ländern abstimmen.


Manama - Über 250 muslimische Geistliche haben sich für einen anhaltenden Boykott von Produkten aus Staaten ausgesprochen, in denen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen veröffentlicht worden sind. Ein solcher Boykott sei eine "zivilisierte Form des Protests", heißt es in der Abschlusserklärung der Konferenz zur Unterstützung des Propheten, die gestern Abend in Bahrain zu Ende ging.

Beschlossen wurde zudem die Einrichtung eines Büros, das die Aktionen in islamischen Ländern koordinieren soll. Die Beteiligten wollen den Boykott von Produkten aus einem bestimmten Staat oder eines einzelnen Unternehmens erst dann beenden, wenn die Regierung oder das Management sich für die Karikaturen entschuldigten, sagte ein Sprecher der Konferenz.

Die Beteiligten verurteilten zudem die gewaltsamen Ausschreitungen, zu denen es in zahlreichen Ländern bei Protesten gegen die Karikaturen gekommen war. Die Mohammed-Zeichnungen waren zuerst im September vergangenen Jahres in einer dänischen Zeitung erschienen und dann nach Protesten in mehreren islamischen Staaten Blättern in ganz Europa und darüber hinaus nachgedruckt worden.

suc/AP



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