Karstadt-Quelle Grünes Licht für die Fusion

Der Weg für die geplante Fusion von Karstadt und Quelle ist nun endgültig frei. Durch die Fusion entsteht der größte Warenhauskonzern Europas, der Otto von Platz Eins der europäischen Versandhändler verdrängen will.


Nun können sie die Fusion durchziehen: Karstadt- und Quelle-Bosse Walter Deuss (li.) und Willi Harrer
DPA

Nun können sie die Fusion durchziehen: Karstadt- und Quelle-Bosse Walter Deuss (li.) und Willi Harrer

Essen - Mit einem am Donnerstag getroffenen Vergleich wurden drei Anfechtungsklagen hinfällig, wie die Essener Karstadt AG mitteilte. Die Eintragung der Verschmelzung mit der Quelle-Mutter Schickedanz Handelswerte GmbH & Co KG, Fürth, könne nun vorgenommen werden, was auch "in Kürze" geschehe. Greifen werde die Fusion zum 1. Januar 1999.

Die freien Aktionäre erhalten drei Jahre eine Garantiedividende; die Gegner der Verschmelzung können alternativ auf eine Barabfindung pochen. Die Kläger hatten unter anderem geltend gemacht, dass die Bewertung der Quelle-Mutter Handelswerte KG "überzogen willkürlich" und zu Lasten der Karstadt-Aktionäre sei. Außerdem hatten sie dem Essener Konzern massive Formfehler auf der Hauptversammlung und bei der Vorbereitung dazu vorgeworfen.

Der Vergleich kam auf Vorschlag des Landgerichtes Essen zustande. Darin verpflichtet sich die Karstadt-Großaktionärin Schickedanz Holding AG & Co KG, die wiederum das Dach der Schickedanz Handelswerte KG bildet, unter bestimmten Bedingungen zu einem Dividendenverzicht aus ihren Aktien zugunsten der außenstehenden Aktionäre. Sie erhalten auf jeden Fall eine Mindestdividende von durchschnittlich 24 Prozent für die Geschäftsjahre 1999 bis 2001 auf jede Stückaktie im rechnerischen Wert von 2,56 Euro. Der Dividendenverzicht greift, wenn Karstadt nicht genug verdient, um diese Ausschüttung im Bilanzgewinn darzustellen.

Ferner verständigten sich Karstadt und die Kläger darauf, dass die Aktionäre, die dem Verschmelzungsvorhaben auf der Hauptversammlung des Konzerns am 30. Juli die Zustimmung verweigert hatten, ein Abfindungsangebot verlangen können. Schickedanz muss ihnen dann die Anteilscheine für 49,96 Euro je Stückaktie kosten-, provisions- und spesenfrei abkaufen. Im Gegenzug kamen beide Seiten überein, dass drei zentrale Hauptversammlungs-Beschlüsse "wirksam und unanfechtbar" sind, darunter die Billigung der Fusion und eine ebenfalls mit überwältigender Mehrheit beschlossene Kapitalerhöhung bei Karstadt.

Mit der fusionierten Karstadt Quelle AG entsteht ein Handelsriese von 32 Milliarden Mark Umsatz und 116.000 Mitarbeitern.



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