KarstadtQuelle Sanierungsgespräche treten auf der Stelle

Die Gespräche über eine Sanierung des KarstadtQuelle-Konzern sind nach den Worten von Unternehmenssprecher Jörg Howe "festgefahren". "Im Moment bewegt sich nichts", sagte Howe am frühen Morgen nach rund 18 Stunden Verhandlungen in der Konzernzentrale.


Karstadt-Kunden in Köln: "Schlafen geht heute keiner mehr"
DPA

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Essen - Die Gespräche drehen sich laut Howe bereits eine ganze Weile im Kreis. Als Knackpunkte bezeichnete er zum einen die Forderung der Gewerkschaft Ver.di nach einer Beschäftigungsgarantie und zum anderen das vom Vorstand verlangte Einsparvolumen von 500 Millionen Euro im Warenhausbereich und 250 Millionen Euro im Versandhandel.

Ein Unternehmenssprecher sagte, Konzernchef Christoph Achenbach habe am frühen Morgen ein Vier-Augen-Gespräch mit der Verhandlungsführerin der Arbeitnehmerseite, Franziska Wiethold, geführt. Dies sei sehr positiv verlaufen. Er gehe davon aus, dass im Laufe des Vormittags eine Lösung erreicht werde.

Für 15 Uhr ist eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats von KarstadtQuelle Chart zeigen angesetzt. Einem Ergebnis müsste vorher noch die Tarifkommission der Gewerkschaft zustimmen. Erhebliche Differenzen bestanden aber weiter hinsichtlich betriebsbedingter Kündigungen und der Kürzung von Tarifleistungen. "Der Beschäftigungspakt muss seinen Namen auch verdienen, und das ist nur der Fall, wenn betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden", sagte die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft Ver.di, Franziska Wiethold.

Der Vorstand verlangt nach bisherigem Stand von den Mitarbeitern den Verzicht auf Sonderzahlungen, Urlaubstage sowie die Bereitschaft zu unbezahlter Mehrarbeit. Im Gegenzug soll auf betriebsbedingte Kündigungen weitgehend verzichtet werden. Wie viele der gut 76 000 Vollzeitstellen im KarstadtQuelle-Konzern durch Kündigungen, Fluktuation und Auslagerungen insgesamt verloren gehen, ist bislang nicht bekannt. Fest steht, dass 77 Karstadt-Filialen ausgegliedert und verkauft werden sollen. Zudem trennt sich der Konzern von seinen Fachgeschäften.

Die Gewerkschaft hat die Karstadt-Beschäftigten zu Protestaktionen gegen den Sanierungsplan aufgerufen. Vor allem vor den Warenhäusern, die nach bisherigem Stand aus dem Konzern ausgegliedert werden, sollen die Mitarbeiter mit Mahnwachen und Unterschriftenaktionen für ihre Arbeitsplätze kämpfen.



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