Kartellstreit Mastercard zahlt Milliardensumme an American Express

Mastercard zahlt - und zwar kräftig: Einen Kartellstreit mit dem Konkurrenten American Express beendet der Kreditkartenanbieter nun mit 1,8 Milliarden Dollar. American Express lässt im Gegenzug seine Vorwürfe fallen.

New York - Nicht nur Mastercard stand am Pranger: American Express hatte einer ganzen Reihe von Konkurrenten und Banken vorgeworfen, das Unternehmen auf dem US-Markt in illegaler Weise blockiert zu haben. Mastercard gibt jetzt also nach und zahlt 1,8 Milliarden Dollar. Nach Steuern werde Mastercard dadurch eine Belastung von rund einer Milliarde Dollar anfallen. Vom dritten Quartal an würden die Zahlungen über einen Zeitraum von zwölf Quartalen an American Express gehen. Im Gegenzug lässt American Express die Klage fallen.

Erst im vergangenen Jahr hatte der Branchenführer Visa eine Vergleichssumme von bis zu 2,25 Milliarden Dollar zugesagt. Die Zahlungen sind laut American Express die bisher größten ihrer Art in einem Wettbewerbsstreit in den USA.

Der Vergleich mit beiden Unternehmen über insgesamt vier Milliarden Dollar sei eine "sehr befriedigende Lösung", sagte American-Express-Chef Kenneth Chenault. Die Zahlungen könnten die Belastungen durch das derzeit schwierige Marktumfeld abschwächen und der Gruppe bei besseren Bedingungen sogar die Möglichkeit geben, ihre Investitionen ins eigene Geschäft aufzustocken.

Mastercard-Chef Robert Selander sagte, er freue sich, dass eine Einigung erzielt worden sei, bei der die Bilanz seines Unternehmens intakt bleibe. Es sei im besten Interesse der Aktionäre, der Kunden und des Managements, dass Kosten, Unsicherheit und Zeitfaktor eines aufwendigen Gerichtsverfahrens aus dem Weg geräumt wurden.

ase/dpa-AFX/Reuters

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