"Katrina"-Schäden Versicherer bangen um Gewinnziele

Hurrikan "Katrina" hat auch Spuren in den Bilanzen der großen Rückversicherungskonzerne hinterlassen. Mehrere Anbieter zittern um ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr.


Überschwemmungen durch "Katrina" (in New Orleans): Volkswirtschaftlicher Schaden von 125 Milliarden Dollar
AFP

Überschwemmungen durch "Katrina" (in New Orleans): Volkswirtschaftlicher Schaden von 125 Milliarden Dollar

Zürich/Monte Carlo - Die Swiss Re Chart zeigen hat die Schätzung für die eigene Schadenbelastung als Folge von "Katrina" erheblich erhöht. Der schweizerische Rückversicherer teilte mit, er rechne nunmehr für sich mit Schäden von 1,2 Milliarden Dollar vor Steuern. Zehn Tage zuvor hatte der Konzern in einer ersten Schätzung von einer Belastung in der Größenordnung von 500 Millionen Dollar gesprochen.

Wahrscheinlich werde die vorgesehene zehnprozentige Steigerung beim Ergebnis je Aktie im laufenden Jahr nicht erreicht, räumte der Rückversicherer ein. Allerdings werde Swiss Re voraussichtlich einen Teil der eigenen Schwankungsreserven nutzen, um die Großschäden abzufedern.

Der Branchenprimus Münchener Rück Chart zeigen hat sein Gewinnziel für das laufende Jahr erneut bekräftigt. "Unser Ziel steht, aber es ist schwieriger zu erreichen", schränkte Konzernchef Nikolaus von Bomhard gestern ein. Abhängig vom endgültigen Ausmaß der versicherten Schäden werde der Konzern sehen, ob er dieses Ziel ändern müsse oder nicht.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Münchener Rück ihre Schadenschätzung zu "Katrina" angehoben. Der nach Prämien weltweit größte Rückversicherer geht nunmehr von Belastungen aus, die 400 Millionen Euro übersteigen, nachdem der Konzern bis dahin eine Schadenlast von 400 Millionen Euro angenommen hatte.

Nach jüngsten Schätzungen der US-Wirtschaftsberatung Risk Management Solutions (RSM) vom Freitag belaufen sich die versicherten Schäden als Folge von "Katrina" auf 40 Milliarden bis 60 Milliarden Dollar statt der bislang von RSM angenommenen 20 Milliarden bis 35 Milliarden Dollar. Den gesamten volkswirtschaftlichen Schaden, den der Wirbelsturm angerichtet hat, schätzt RSM nunmehr auf 125 Milliarden Dollar.



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