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AFFÄREN Kein Ende bei co op

aus DER SPIEGEL 8/1997

Gut acht Jahre nach dem Beginn der Ermittlungen gegen den Handelskonzern co op ist die juristische Aufarbeitung der Affäre noch immer nicht beendet. Seit mehr als einem Jahr arbeitet die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hamburg an einer Anklage wegen Betrugs und Untreue gegen den ehemaligen co-op-Manager Harald Loh, 57. Noch steht nicht fest, wann das Mammutverfahren, dessen Hauptakte allein 48 Bände umfaßt, eröffnet wird. Der Hamburger Sozialdemokrat Loh soll Ende der Achtziger als Geschäftsführer der co-op-Pensionskasse für Bernd Ottos letzten Coup verantwortlich gewesen sein. Um die Pleite des Handelskonzerns abzuwenden, hatte Otto im Oktober 1988 der Rentenkasse für 308 Millionen Mark co-op-Aktien verkauft - wenige Wochen später waren die Papiere nahezu wertlos. Insgesamt entstand der Kasse durch den Deal ein Schaden von mehr als 190 Millionen Mark, für den Loh sich nun vor Gericht verantworten soll. Wo das Geld geblieben ist, das die Pensionskasse an die co op überwies, ist unklar. Nach Recherchen von Wirtschaftsprüfern kamen nur 70 Millionen Mark beim Frankfurter Handelskonzern an, der Rest verschwand »auf nicht nachvollziehbaren Wegen« bei diversen schweizerischen Briefkastenfirmen der co-op-Manager.

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