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Keine Hilfe für den Dollar

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aus DER SPIEGEL 18/1986

Der stete Fall des Dollar irritiert die Bonner Wirtschaftspolitiker. Vergangene Woche war die amerikanische Währung für weniger als 2,18 Mark zu haben, der japanische Yen erreichte einen neuen Nachkriegshöchststand. Die Kursentwicklung trifft vor allem die Japaner, die besonders stark auf Exporte in die USA angewiesen sind und deren Waren nun in Amerika teurer werden. Aber auch Bonn käme ein weiterer Fall der US-Währung höchst ungelegen: Die USA sind inzwischen das zweitwichtigste Abnehmerland für deutsche Güter. Bei den vorbereitenden Gesprächen für den Wirtschaftsgipfel nächste Woche in Tokio ließ Bundesfinanzminister Stoltenberg deshalb nachfragen, ob Washington wieder wie im Herbst 1985 zu gemeinsamen Aktionen bereit sei, um den Dollarfall zu bremsen. Damals, als der Dollar noch stieg, hatten die Amerikaner den Kurs zusammen mit den wichtigsten Industrieländern gedrückt. Doch diesmal lehnten die Amerikaner ab- sie wollen nun mit einem billigen Dollar ihre Exporte ankurbeln. »Die Amis«, heißt es in Stoltenbergs Ministerium, »gehen wieder auf Laisserfaire.« Weitere Zinssenkungen in der Bundesrepublik und in Japan könnten den Dollar attraktiver machen. Doch auch dieses Spiel, so die Bonner Einschränkung, ist weitgehend ausgereizt. Für die Bundesbank sei es höchstens noch einmal möglich, den Diskont zu senken.

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