Vergleichen und Sparen So finden Sie die günstigste Kfz-Versicherung

Die Versicherung fürs Auto kann richtig teuer werden - wenn man nicht aufpasst und vergleicht: Teilweise zahlen Kunden dreimal so viel wie sie müssten.

Autounfall (Symbolbild)
DPA

Autounfall (Symbolbild)


25 bis 30 Milliarden Euro geben Deutschlands Autofahrer pro Jahr noch für Kfz-Versicherungen aus. Für die Haftpflicht, das müssen sie, aber auch für Teil- und Vollkasko.

Solche Milliardeneinnahmen sind den Versicherungen nicht mehr für ewig sicher. Schon in einigen Jahre dürften die Schäden durch neue Assistenz-Technik und selbstfahrende Autos drastisch reduziert werden. In wenigen Jahrzenten werden nur noch ein paar Liebhaber Autos tatsächlich besitzen und versichern und sie nicht teilen und mieten, wie das in Großstädten schon heute zunehmend der Fall ist. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat schon im vergangenen Jahr vorausgesagt, dass der Kfz-Versicherungsmarkt in den kommenden Jahrzehnten um 90 Prozent schrumpfen werde.

Doch das ist Zukunftsmusik. Aktuell kämpfen auf dem Markt noch rund 90 Kfz-Versicherer und ein halbes Dutzend Vergleichsportale um den lukrativen Kundenkontakt. Am aggressivsten werben dabei die Portale Check24 und Verivox. Am wichtigsten unter den Versicherern sind der Marktführer Huk Coburg mit seiner Online-Tochter Huk24 und die Allianz mit ihrem Online-Ableger Allsecur.

Der Rivalen-Kampf drückt die Preise

Vor zehn Jahren lag die Allianz noch vorn, doch inzwischen führt die Huk eindeutig. Und sie kämpft auch gar nicht mehr so sehr gegen den teureren Rivalen aus München, sondern eher gegen Check24 und Verivox. Dabei geht es um die Existenz als Marke für den Verbraucher. Viele der kleinen Direktversicherer haben diesen Kampf schon aufgegeben. Sie gewinnen oft 30 Prozent ihrer Kunden über die beiden großen Vergleichsportale und tauchen in der Wahrnehmung der Versicherten außer auf der Rechnung nicht mehr auf.

Den Kunden kann ein solcher Kampf nur Recht sein. Denn er drückt die Preise. Man muss nicht mehr aufwendig viele Versicherer vergleichen, sondern braucht im Prinzip nur noch zwei Schritte auf dem Weg zu einer preiswerten Kfz-Versicherung:

  • Erster Schritt: Den richtigen Versicherungsschutz auswählen. Wer dem Versicherer mitteilt, dass auch der Kegelclub das Auto mitnutzt, wer 25.000 Kilometer im Jahr mit dem SUV fährt, die Versicherungsrechnung monatlich bezahlt und keine Selbstbeteiligung vorsieht, kann für einen fünf Jahre alten Wagen in Celle mehr als 8000 Euro jährlich für die Versicherung hinblättern.

So verrückt ist wahrscheinlich niemand, aber im Prinzip sind solche Preise heute drin. Wer das alles nicht tut, brav in einer Jahresrate bezahlt, nur 10.000 Kilometer mit dem Auto fährt und auch nur den Ehepartner ans Steuer lässt, kann für denselben Wagen beim selben Versicherer mit 1000 Euro im Jahr auskommen.

  • Zweiter Schritt: Macht der Kunde einen umfassenden Preisvergleich und sucht sich das günstigste Angebot, also den günstigsten Versicherer, lässt sich das Auto statt für 1000 Euro pro Jahr plötzlich für 600 Euro versichern, also nicht einmal ein Zehntel des Ausgangsfalls. Die Zahlen sind drastisch, aber tatsächlich verlangen die teuersten Versicherer bei einem sinnvollen Versicherungsschutz ohne viel Schnick-Schnack regelmäßig dreimal so viel wie der preiswerteste.

Unglücklicherweise bekommen Sie mit dem einem halbstündigen Versicherungsvergleich auf einem Portal aber immer noch nicht sicher den besten Preis. Der Grund: Nicht alle Anbieter sind mit ihren besten Preisen oder überhaupt auf den Portalen vertreten. Im Vergleich meiner Finanztip-Kollegen war Check24 mit dem besten angezeigten Angebot im Schnitt noch 3,5 Prozent teurer als der jeweils preiswerteste Anbieter, das Konkurrenzportal Verivox war sogar mehr als 5 Prozent teurer. Und das sind nur Durchschnittswerte. Falls Sie einen Ausreißer erwischen, kann das sogar ziemlich teuer werden.

Im Einzelfall konnten die Preise von Check24 13 Prozent über dem günstigsten Angebot liegen, bei Verivox mehr als 20 Prozent.

Was also fehlt? Die Preise der Allianz-Tochter Allsecur, von Verti oder Cosmos haben Sie mit der Strategie zwar schon geprüft, denn deren Versicherungen kann man auch über die Portale abschließen.

Nicht dabei sind aber die Huk Coburg und ihr Online-Ableger, die Huk24. Und da entgeht Kunden womöglich ein Schnäppchen. Im Testdurchlauf bot Huk24 in mehr als einem Drittel aller Testfälle das günstigste Angebot. Dieses günstigste Angebot gab es weder bei Check24 noch bei Verivox zu kaufen.

Andererseits, sich nur auf die Huk zu verlassen, ist auch ein riskantes Spiel. Während kein anderer Versicherer so oft den günstigsten Preis anbot, waren die Coburger in Einzelfällen auch mal knapp 50 Prozent teurer als der billigste Konkurrent.

Doppelt vergleichen

Wer ziemlich sicher ein gutes Ergebnis erzielen will bei der Auswahl der Kfz-Versicherung, der sollte also doppelt vergleichen: Fangen Sie bei einem der Portale an und machen Sie dann den Gegencheck bei Huk24 oder dem zweiten Portal. Schließen dann einfach das günstigste Angebot ab. Und vergessen Sie nicht, Ihre alte Versicherung spätestens am 30. November zu kündigen. Sonst war die ganze Vergleicherei am Ende umsonst.

Vergleichen sollten unbedingt die langjährigen unfallfreien Kunden der Versicherer, oft Rentner. Sie zahlen zwar häufig schon vergleichsweise wenig für die Versicherung. Aber wer langjährig dabei ist und 75 Jahre alt, der bezahlt im Schnitt die Hälfte mehr als ein 55-Jähriger mit der gleichen Schadensfreiheitsklasse. Wer noch älter ist, zahlt noch mehr drauf.

Ich bin 55 - von nun an wird es für mich ohne Vergleich nur noch teurer. Bis ich auf selbstfahrende Autos oder Carsharing umsteige.



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
Björn L 30.09.2018
1. Meine Meinung als Versicherungsmakler
Wenn es nur um die KFZ-Haftpflichtversicherung geht, so kann ein Online-Vergleich sinnvoll sein, besser er fragt bei allen KfZ-Versicherer an. Wer aber darüberhinaus eine Teilkasko haben mag, wird keinesfalls über die Portale informiert, wie der Versicherungsumfang tatsächlich aussieht. So gibt es Unterschiede, ob in der TK der Anprall mit allen Tierarten mitversichert ist, Folgeschäden Marderbiss unbegrenzt ist und und und. Wer Versicherungen online abschließt, bekommt die Katze im Sack, besonders dramatisch jenseits der KfZ-Versicherung. Dank Fernabsatzgesetz haftet der Kunde für seine Entscheidung. Somit sind die Portale Vermittler mit begrenzten Produkpartnern ohne Haftung und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus ist die KfZ-Versicherung für viele Versicherer mehr Last als Profit. Bei einigen gilt diese immernoch als Einstiegsmöglichkeit, um an rentablere und profitableren Verträge in anderen Versicherungsbereichen zu kommen. Als Versicherungsmakler ist die Kfz-Versicherung eine Plage, aber oft ein Türöffner. Verdienst gleich null, jährliche Änderungen durch Typ- und Regionalklassen. Zudem haben Versicherer jährlich wechselnde Lieblinge, die sie günstig zu versichern bereit sind, um im Folgejahr dieses zu verwerfen. Auch bei der Anbahndung muß ich zig Fragen stellen, die alle Einfluß auf den Beitrag haben. Hier gehen die Portale sehr vereinfacht vor und arbeiten mit Gesellschaften zusammen, denen eine vollumfängliche Erfassung egal ist, da deren Tarifgestaltung begrenzt ist. Oft erlebt der Online-Kunde nach Abschluß eine Beitragsänderung, da dieser Vorversichererangaben falsch oder fehlerhaft getätigt hat. Bei einigen Versicherern kann er nicht einmal anrufen, da alles online gemacht wird. So kenne ich HUK24 Exkunden, die monatelang auf Antworten, Änderungen uvm gewartet haben.
krypton8310 30.09.2018
2. Horrorbeiträge
Wer außer einem Fahranfänger muss denn 1000 Euro Versicherung bezahlen? Und für was? Mit einer einigermaßen normalen SF Klasse und einem neuen Kompaktwagen zahlt man so um die 400 Euro. Vollkasko wohlgemerkt. Angebote über 1000 Euro bekam ich nur als ich einen älteren Gebrauchtwagen mit 350 PS vollkaskoversichern wollte. Wobei hier wohl eher das Alter des Wagens das Problem war und nicht die Leistung. Es ist für mich ein Rätsel warum Autos in der Vollkasko mit zunehmendem Alter nach einem Halterwechsel so teuer werden... Es ist ja nur der schrumpfende Zeitwert versichert.
TS_Alien 30.09.2018
3.
Zitat von krypton8310Wer außer einem Fahranfänger muss denn 1000 Euro Versicherung bezahlen? Und für was? Mit einer einigermaßen normalen SF Klasse und einem neuen Kompaktwagen zahlt man so um die 400 Euro. Vollkasko wohlgemerkt. Angebote über 1000 Euro bekam ich nur als ich einen älteren Gebrauchtwagen mit 350 PS vollkaskoversichern wollte. Wobei hier wohl eher das Alter des Wagens das Problem war und nicht die Leistung. Es ist für mich ein Rätsel warum Autos in der Vollkasko mit zunehmendem Alter nach einem Halterwechsel so teuer werden... Es ist ja nur der schrumpfende Zeitwert versichert.
Meinen Sie die 400 Euro tatsächlich als Jahresprämie? Mit Vollkasko? Das kommt mir viel zu günstig vor. Davon abgesehen: Außer bei Hotels habe ich noch nie Vergleichsportale verwendet. Weil mir die Vergleichsportale in vielen Fällen nicht erlauben, meine Wünsche passend anzugeben. Außerdem bleibt oftmals undurchsichtig, wie genau die Vergleichsportale "vergleichen" und welche Provisionen sie kassieren. Immerhin geht es da um Milliarden. Da sind mir direkt abgeschlossene Verträge lieber.
wombat14 30.09.2018
4. Versteckte Werbung?
Ein Hoch auf alsecure oder huk24? Wer also diese beiden vergleicht, der bekommt den günstigsten Preis. Schwachsinn. Wer als `Normalbürger" weiß schon, worauf er achten sollte, wenn er eine Berechnung über check24. de vornimmt? Mallorca Police, Wildschaden-Klausel, Werkstattservice.... usw. Um nur einige Schlagwörter zu nennen. Ausserdem haben einige Vertreter Rabatt Vollmachten! Und um meine Vorredner zu wiederholen. In Celle für ei en normalen Wagen 8.000,- € Prämie? Wohl kaum.
cosmose 30.09.2018
5.
Zitat von TS_AlienMeinen Sie die 400 Euro tatsächlich als Jahresprämie? Mit Vollkasko? Das kommt mir viel zu günstig vor. Davon abgesehen: Außer bei Hotels habe ich noch nie Vergleichsportale verwendet. Weil mir die Vergleichsportale in vielen Fällen nicht erlauben, meine Wünsche passend anzugeben. Außerdem bleibt oftmals undurchsichtig, wie genau die Vergleichsportale "vergleichen" und welche Provisionen sie kassieren. Immerhin geht es da um Milliarden. Da sind mir direkt abgeschlossene Verträge lieber.
Der Betrag hat mich auch erst mal stutzig gemacht. Ich habe mir jetzt mal die Arbeit gemacht, meinen Tarif abzugleichen und stelle fest, der Forist hat (vermutlich) Recht. Aktuell bezahle ich für meinen PKW jährlich um die 800 Euro für eine TK ohne SB. Die gleichen Leistungen bekomme ich beim Direktversicherer meiner jetzigen Versicherung für nicht mal die Hälfte. Für eine VK mit 150 EUR SB wären knapp über 500 Euro fällig. Und das ist nicht mal der billigste Versicherer laut Vergleichsportale, da geht also noch einiges. Da ist wohl demnächst ein Wechsel fällig, den ich bisher aus Bequemlichkeit eher gescheut habe...
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