Kienbaum-Studie IT-Manager verdienen weniger als vor einem Jahr

Im europäischen Vergleich sind die deutschen IT-Manager und -Fachkräfte nach wie vor gut bezahlt. Die Gehälter der Manager sind aber teilweise erstmals rückläufig.


Weiterhin gute Berufsaussichten: IT-Fachkräfte
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Weiterhin gute Berufsaussichten: IT-Fachkräfte

Gummersbach - Ein Leiter Systementwicklung verdient in diesem Jahr mit Gesamtgehalt in Höhe von 86.000 Euro rund 8000 Euro weniger als noch vor einem Jahr. Ein Grund hierfür ist der hohe Anteil variabler Gehaltskomponenten, die im Zuge sinkender Umsätze, Firmenpleiten und Börsenbaisse nicht zur Auszahlung kamen. Dies sind Ergebnisse der Studie "Information Technology Executives and Specialists in Europe 2001", die die Unternehmensberatung Kienbaum Management Consultants vorgelegt hat.

Trotzdem müssen sich die IT-Fachleute keine Sorgen machen. Ein Ende des Bedarfs an qualifizierten Fach- und Führungskräften in der IT-Branche ist europaweit mittelfristig nicht abzusehen - Spitzenkräfte werden weiterhin stark gefragt sein", sagt Giuseppe Costa, Projektleiter der Studie.

Basis der in Zusammenarbeit mit dem ECN European Compensation Network erstellte Studie umfasst Daten von 29.370 Positionen in zehn europäischen Ländern. Erfasst wurden neben zahlreichen weiteren Positionen die IT-Direktoren, die Leiter Systementwicklung, Produktion und Vertrieb sowie Projektmanager, System-Ingenieure und Programmierer. Danach verdient etwa ein IT-Direktor durchschnittlich 117.000 Euro im Jahr. In der gleichen Stellung stehen in der Schweiz 125.000 Euro auf dem Gehaltszettel, in Spanien sind es lediglich 79.000 Euro jährlich.

Italien bildet das Schlusslicht

Ein IT-Vertriebsleiter verdient mit einem Gesamtjahresgehalt von 117.000 Euro in Österreich am meisten, Deutschland liegt auch hier mit 105.000 Euro auf einem Spitzenplatz. Deutschland bezahlt zudem seine Programmierer mit durchschnittlich 45.000 Euro Jahresgehalt im europäischen Vergleich am besten - Italien liegt mit einem Durchschnittsverdienst von 23.000 Euro am Ende der Gehaltstabelle.

Deutsche IT-Manager liegen auch bei den Gehalts-Extras im europäischen Vergleich vorne: 51 Prozent der Führungskräfte können auf einen Dienstwagen zurückgreifen; bei den Fachkräften sind dies immerhin noch zwölf Prozent. Auch das Thema einer zusätzlichen betrieblichen Altersversorgung nehmen die deutschen IT-Unternehmen ernst. Erhielten noch vor 30 Jahren lediglich 70 Prozent der Manager eine zusätzliche Altersversorgung, waren es Ende der siebziger Jahre bereits 75 Prozent und heute über 80 Prozent. Die Gewährung dieser Zusatzleistung hängt aber nach wie vor mit der Unternehmensgröße zusammen. Kleinere Firmen gewähren die Altersversorgung seltener.

Trend zur variablen Vergütung ist ungebrochen

Insgesamt ist der Trend in Richtung variabler Vergütung - etwa mit Stock Options - ungebrochen. "Allerdings sind die Arbeitnehmer im Zuge der Krise in der New Economy vorsichtig geworden", sagt Studienleiter Costa. In Deutschland erhielten im Jahr 2001 71 Prozent der Führungskräfte und 59 Prozent der Fachkräfte einen Teil ihres Gehalts in Form von Stock Options ausbezahlt. Spitzenreiter bei der Vergütung mit Aktienoptionen sind die Niederlande, in der alle Führungs-, aber nur 30 Prozent der Fachkräfte Stock Options erhalten und die Schweiz (95 beziehungsweise 75 Prozent). "Ein durchdachtes Vergütungssystem mit variablen Komponenten ist ein wirksames Mittel zur Mitarbeitermotivation. Es funktioniert allerdings nur, wenn ein Unternehmen Erfolg hat und die Mitarbeiter auch tatsächlich auf dem Gehaltszettel sehen können, dass sie sich besonders engagiert haben", so Costa.



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