Strenge Regeln für Gates-Kinder Ein Smartphone gibt es nicht, basta!

Die reichsten Eltern der Welt geben sich knauserig. Sie verbiete ihren Kindern den Besitz eines Smartphones, erzählt Melinda Gates, Ehefrau des Microsoft-Gründers. Auch sie selbst sei bodenständig aufgewachsen und achte noch heute darauf, nicht zu viel für einen Hamburger zu bezahlen.
Melinda und Bill Gates: "Mama, das ist total peinlich"

Melinda und Bill Gates: "Mama, das ist total peinlich"

Foto: Peter Macdiarmid/ Getty Images

Frankfurt am Main - Die drei Kinder von Bill und Melinda Gates, dem reichsten Ehepaar der Welt, werden knappgehalten. Das zumindest erzählte Melinda Gates nun der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS"). "Wir sind da streng", sagte Gates, die vom US-Magazin "Forbes" im vergangenen Jahr zu den zehn mächtigsten Frau der Welt gezählt wurde.

"Wir setzen alles daran, dass die drei so normal wie möglich aufwachsen." Die Kinder, Jahrgang 1996, 1999 und 2002, müssten daher mit vielen Einschränkungen leben, iPhone oder iPod etwa seien verpönt: "Auch andere Dinge sind verboten. Aber unsere große Tochter hat gesagt: Mama, erzähl bloß nicht, was wir alles nicht dürfen. Das ist total peinlich."

Melinda Gates, die 1987 bei Microsoft begann und den Firmengründer sieben Jahre später heiratete, gibt sich auch sonst ganz bodenständig. So habe sie selbst früher in der Reinigungsfirma ihres Vaters mit geputzt, sagte Gates der "FAS". "Wir haben alle an den Wochenenden geholfen: Böden schrubben, Öfen säubern - das war selbstverständlich."

Auch heute achte sie auf die Preise - auch wenn sie das bei einem geschätzten Vermögen von 61 Milliarden Dollar kaum müsste. "Also, ich möchte nicht für einen Hamburger mehr Geld ausgeben als für einen anderen, wenn er nicht besser schmeckt", sagte sie der Tageszeitung "Die Welt". "Natürlich bin ich mal in einem schönen Hotel." Aber der ganze Luxus bedeute ihr eigentlich nichts.

Kritik an "Entwicklungshilfe nach Gutsherrenart"

Seit 1996 leitet die 47-Jährige die Bill & Melinda Gates Stiftung, die mit Abstand größte Privatstiftung der Welt. Hauptzweck ist der Kampf gegen die drei tödlichsten Krankheiten der Welt: Aids, Tuberkulose und Malaria. Trotz aller Wohltätigkeit steht das Gates-Ehepaar aber auch immer in der Kritik: Etablierte Hilfsorganisationen werfen den beiden vor, "Entwicklungshilfe nach Gutsherrenart" zu betreiben. Außerdem bemängeln sie, dass die Gates-Stiftung sich bei der Anlagestrategie, mit der das Kapital vermehrt wird, nicht an ethischen Kriterien orientiere.

Vor zwei Jahren gründete das Ehepaar gemeinsam mit dem Finanzmogul Warren Buffett die Initiative "Giving Pledge". Darin verpflichten sich Superreiche, ihr Geld nicht ihren Kindern zu vererben, sondern es für wohltätige Zwecke zu stiften. Zum Start erklärten 40 Milliardäre, ihr Vermögen abzugeben.

Gates sagte nun der "FAS", die Initiative gewinne in den USA ständig neuen Zulauf. "Mittlerweile sind wir 69, und kommenden Monat stößt eine neue Gruppe zu uns", sagte Melinda Gates. "Wir hören nicht auf, bis es völlig normal für die Menschen ist, dass sie der Gesellschaft zurückgeben, was sie erworben haben: Niemand sollte an seinem Vermögen kleben."

cte
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.