Betreiber fordern Rettungsschirm "Kulturgut Kino" in Gefahr

Deutschlands Kinos brauchen über den November hinaus außerordentliche Wirtschaftshilfen. Das fordert ein Bündnis aus Betreibern und Ver.di. Sonst drohe dem flächendeckenden Kino das Aus.
Das Kino International in Berlin-Mitte

Das Kino International in Berlin-Mitte

Foto: imago images/Bildgehege

Kinobetreiber sowie die Gewerkschaft Ver.di fordern einen "Rettungsschirm Kino" von der Bundesregierung. Das erklärten der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF Kino), die Ketten Cinedom, Cinemax, Cinestar, Kinopolis und UCI sowie Ver.di in einer Pressemitteilung .

Demnach sollen alle Kinos bei den Hilfsprogrammen berücksichtigt werden, unabhängig von Größe und Mitarbeiterzahl. Langfristig brauche es einen Rettungsschirm, um Umsatzeinbrüche und Fixkosten zu decken. Nur dann könne das Kulturgut Kino mit einer flächendeckenden Kinolandschaft erhalten bleiben.

Im ersten Halbjahr 2020 haben die Kinos in Deutschland mehr als 50 Prozent Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gemacht. 

In den vergangenen Monaten habe sich gezeigt, dass insbesondere Kinoketten und Betreiber mehrerer Kinos im Gegensatz zu anderen von Betriebsschließungen betroffenen Branchen "so gut wie gar nicht" von staatlichen Förderungen, Erstattung von Umsatzausfällen und dem Schutz vor Mietstreitigkeiten profitierten, heißt es in der Erklärung.

Viele Angestellte bleiben ohne Kurzarbeitergeld

Aktuell erhielten einzelne Kinobetriebe oder betreibende Gesellschaften staatliche Hilfen nicht grundsätzlich. Diese seien an Mitarbeiterzahl oder gesellschaftsrechtliche Struktur gekoppelt. Dies gelte es "unbedingt zu korrigieren", sonst stehe die Existenz weiter Teile der Kinobranche auf dem Spiel, warnte das Bündnis.

Durch die erneuten Schließungen aller Kinospielstätten in Deutschland im November drohe "eine schwerwiegende Krise der gesamten Branche – verbunden mit massiven Folgen auch für die Beschäftigten". Dies seien zum Großteil studentische Kräfte und geringfügig Beschäftigte ohne gesetzlichen Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

svs/AFP

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