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24. Juli 2001, 19:23 Uhr

KirchGruppe

Börsengang im nächsten Jahr?

Ein schwaches Werbegeschäft verhagelt der KirchGruppe die Bilanz. Ein Börsengang soll's richten.

Stellt Börsengang in Aussicht: Leo Kirch
DPA

Stellt Börsengang in Aussicht: Leo Kirch

München - Allerdings rechnen Experten angesichts der schlechten Börsenstimmung frühestens mit einem Termin im nächsten Jahr. Dies bestätigt auch der stellvertretende Geschäftsführer der KirchGruppe, Jan Mojto: "Wir werden 2001 nicht mehr an die Börse gehen". Die Gesellschaft sei aber bereits kapitalmarktfähig. Den Gesellschaftern neben der KirchGruppe sei ein Börsengang bis spätestens 2003 im Prinzip versprochen. Im vergangenen Jahr hatte die KirchGruppe einen Börsengang der KirchMedia bereits für die zweite Jahreshälfte 2001 in Aussicht gestellt. Die KirchMedia ist mit dem Free TV-Geschäft, dem Rechtehandel und der Produktion die profitable Kerngesellschaft des Medienimperiums von Leo Kirch.

Im laufenden Jahr rechnet KirchMedia in der Gruppe trotz des schwierigen Werbeumfelds mit steigenden Umsätzen und Erträgen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) solle von 923 Millionen Mark auf mehr als eine Milliarde Mark steigen, sagte Finanzgeschäftsführer Herbert Schroder. Der Umsatz solle von zuletzt 6,5 auf erstmals 7,0 Milliarden Mark zulegen.

Schwaches Werbegeschäft bremst das Wachstum

Fred Kogel, für Lizenzen, Senderfamilie und Show zuständig, verwies auf das schwache Werbegeschäft in diesem Jahr in der Branche. Er rechne im deutschen TV-Werbemarkt mit einem "Nullwachstum". Dennoch sehe er bei ProSiebenSat.1 Media auch im laufenden Jahr weiteres Wachstum. Weiter ausbauen will KirchMedia unter anderem die Produktion von Shows, die in diesem Jahr mit der KirchMediaEntertainment gestartet wurde. Die Gesellschaft solle einen Umsatz von 30 bis 40 Millionen Mark erzielen und für alle deutschen Fernsehsender produzieren. Zu den bisherigen Produktionen der Gesellschaft gehören die Sat.1-Shows "Quizfire" und "Cops".

Im Jahr 2000 stiegen die KirchMedia-Erlöse wegen der erstmaligen vollen Integration von ProSiebenSat.1 um gut 64 Prozent auf 6,5 Milliarden Mark. Das Umsatzplus auf vergleichbarer Basis betrug 15 Prozent. Rund 60 Prozent der Erlöse steuert die Senderfamilie um ProSieben und Sat.1 bei. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit legte von 502 auf 536 Millionen Mark zu. Die gesunkene Marge begründete Finanz-Chef Schroder mit dem schwierigen Marktumfeld und gestiegenen Einkaufspreisen im Rechtehandel. Den Ertrag steigern will KirchMedia mittelfristig insbesondere bei ihren frei empfangbaren Fernsehsendern. In den nächsten vier bis fünf Jahren solle sich die Umsatzrendite auf 20 Prozent verdoppeln.

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