KirchMedia Insolvenzverwalter gehen über zu "Plan B"

Nach dem Scheitern des Verkaufs an den US-Milliardär Haim Saban ist das Ende für KirchMedia besiegelt. Die Angestellten der Kerngesellschaft der KirchGruppe müssen mit weiteren Entlassungen rechnen.


Ende besiegelt: KirchMedia
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Ende besiegelt: KirchMedia

Vor der Hauptversammlung der ProSiebenSat.1 Media haben der Vorstandsvorsitzende Urs Rohner, KirchMedia-Insolvenzverwalter Michael Jaffé und dessen Berater Hans-Joachim Ziems in einem SPIEGEL-Gespräch erstmals Details ihrer Pläne für die Zukunft des Unternehmens erläutert. Zentraler Bestandteil ihres "Plan B" ist ein umfangreicher neuer Rahmenvertrag, mit dem sich ProSieben in der Kirch-Filmrechtebibliothek künftig zu günstigen Konditionen mit Spielfilmen eindecken kann.

"Wir planen eine Vereinbarung mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Erlösbeteiligungsmodell", so Jaffé. Der Gläubigerausschuss der KirchMedia habe dem Vorhaben bereits zugestimmt. Der Neueinkauf von Rechten werde künftig komplett bei der Senderfamilie liegen. Die insolvente KirchMedia - Keimzelle und Kern des einstigen Medienimperiums von Leo Kirch - wird damit praktisch abgewickelt. Es werde dort zu weiteren Entlassungen kommen, kündigt Ziems an.

Ein Comeback des US-Investors Haim Saban sei "höchst unwahrscheinlich", so Ziems weiter. Auch andere Investorenanfragen hätten "derzeit keinen Sinn", bekräftigt Jaffé. "Der Gläubigerausschuss hat uns am Donnerstag ausdrücklich beauftragt, den Verkaufsprozess vorerst nicht fortzuführen. Wir ziehen das jetzt wie geplant allein durch" - zumindest "etwa zwei Jahre".

Insolvenzverwalter Jaffé strebt bei der ProSiebenSat.1 Media AG nun offenbar den Aufsichtsratsvorsitz an, Hans-Joachim Ziems will ebenfalls für einen Aufsichtsratsposten kandidieren. Spekulationen, dass er im Unternehmen künftig eine operative Rolle spielen könnte, trat Ziems entgegen: "Ich will und werde Urs Rohner nicht ablösen.Das passt weder in meine Berufs- noch in meine Lebensplanung."



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