Teile der Anlage außer Betrieb Klimaaktivisten besetzen Kohlekraftwerk in Brandenburg

Sie blockieren Schienen, Gleisanlagen, Förderbänder: Aktivisten sind auf das Gelände des Kohlekraftwerks Jänschwalde gelangt. Der Betreiber spricht von einem »Angriff auf die Versorgungssicherheit«.
Aktivisten bei Blockade des Kohlekraftwerks Jänschwalde: Blöcke teils außer Betrieb

Aktivisten bei Blockade des Kohlekraftwerks Jänschwalde: Blöcke teils außer Betrieb

Foto: Patrick Pleul / dpa

Wenige Tage bevor im Kohlekraftwerk Jänschwalde zwei Reserveblöcke wieder ans Netz gehen sollen, haben Klimaaktivisten Teile der Anlage und die Zufuhr blockiert. Die Gruppe sei am Montagmorgen auf das Gelände des Kohlekraftwerks in Jänschwalde im Süden Brandenburgs eingedrungen, teilte der Betreiber Leag mit.

Das Energieunternehmen bezeichnete die Aktion als »Angriff auf die Versorgungssicherheit«. Zwei Blöcke seien komplett vom Netz genommen worden, sagte ein Sprecher. »Damit ist die Hälfte des Kraftwerks nicht in Betrieb.« Ein Gigawatt Leistung stehe derzeit nicht zur Verfügung. Die Polizei sei vor Ort.

»Angriffskrieg darf nicht als Ausrede genutzt werden«

Die Aktivisten besetzten Schienen, Gleisanlagen und Förderbänder, wie ein Sprecher der Polizei Cottbus berichtete. In den Tagebau seien die Demonstranten nicht eingedrungen. Zur Anzahl der Menschen auf dem Gelände könne er noch keine Angaben machen, sagte der Sprecher.

Erste Personen seien in Gewahrsam genommen worden. Die Polizei sei dabei, Aktivisten in drei verschiedenen Bereichen von den Gleisen- und Förderanlagen zu lösen.

Die Gruppe »Unfreiwillige Feuerwehr« teilte mit, etwa 40 Menschen befänden sich auf dem Gelände und blockierten unter anderem den Kohlebunker und die Gleisverbindungen zum drittgrößten Braunkohlekraftwerk in Deutschland. Einige hätten sich an Förderbändern festgekettet. Der Leag-Sprecher bestätigte, dass sich Menschen am sogenannten Grabenbunker befänden, wo Kohle gelagert wird.

Die Aktivisten protestieren nach eigenen Angaben gegen den Betrieb des Tagebaus Jänschwalde und die Folgen der Braunkohleverstromung im Kraftwerk. »Der russische Angriffskrieg darf nicht als Ausrede genutzt werden, um weiterhin an zerstörerischem fossilen Gas und Kohle festzuhalten«, sagte Lena Ströer, die am Kraftwerk protestiert.

Derzeit werden in dem Kraftwerk nördlich von Cottbus zusätzlich zu den vier aktiv laufenden Kraftwerksblöcken zwei Reserveblöcke reaktiviert. Sie sollen zum 1. Oktober aufgrund der Energiekrise wieder ans Netz gehen, um mehr Energiesicherheit zu haben.

mmq/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.