Klimaschutz Industrie begrüßt deutsch-französischen CO2-Kompromiss

Lob von der deutschen Automobilindustrie für den deutsch-französischen Kompromiss bei Klimaschutzauflangen für Fahrzeuge: Der Vorschlag sei besser als der der EU-Kommission sagte VDA-Chef Wissmann.


Berlin - Euphorisch ist die deutsche Automobilindustrie nicht, aber immerhin zufrieden: Der deutsche Branchenverband VDA begrüßt den Kompromiss zwischen Frankreich und Deutschland im Streit um die Klimaschutzziele für die Autoindustrie. "Der Vorschlag ist besser als der der EU-Kommission, aber nicht ideal", sagte VDA- Präsident Matthias Wissmann dem Berliner "Tagesspiegel".

Besonders die Einigung auf eine stufenweise Einbeziehung aller Fahrzeuge ab 2012 (Phase-In) sei sinnvoll, "damit die vereinbarten Klimaschutzziele technologisch überhaupt erreicht werden können".

Wissmann begrüßte auch die Anrechnung von Öko-Innovationen in Höhe von sechs bis acht Gramm auf das Ziel eines maximalen Kohlendioxid- Ausstoßes von 120 Gramm. Das Potenzial dieser klimaschonenden Neuerungen sei aber größer, als der Kompromiss berücksichtige.

Auch der Industrieverband BDI zeigte sich zufrieden: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe die deutschen Interessen "kraftvoll vertreten, zwar keine optimale, aber eine tragbare Lösung" erreicht, sagte Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des BDI. "Fundamental für die deutsche Industrie ist die Anrechenbarkeit von Öko-Innovationen mit sechs bis acht Gramm Kohlendioxid pro Kilometer", sagte Schnappauf. Auch die Einführungsphase, die den Autoherstellern von 2012 bis 2015 Zeit gebe, um ihren Flottendurchschnitt auf 120 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer zu senken, sei wichtig. Die deutsch-französische Einigung stelle die Weichen in die richtige Richtung. "Daran sollte sich auch die EU-Kommission jetzt orientieren."

Deutschland und Frankreich hatten sich am Montag auf Grundzüge für die Beschränkung des Kohlendioxid-Ausstoßes verständigt. Demnach bleibt das EU-Ziel bestehen, den CO2-Ausstoß der Neuwagenflotten ab 2012 auf 120 Gramm pro Kilometer zu beschränken. Dabei soll aber Rücksicht auf die Produktionszyklen der Hersteller genommen werden, da völlig neuentwickelte Modelle auch nach 2012 auf den Markt kommen können.

hen/dpa/ddp/Reuters



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