Für den Klimaschutz Schweiz führt Flugticketabgabe ein

In der Schweiz dürfte das Fliegen bald teurer werden. Das Parlament hat eine Abgabe auf Flugtickets beschlossen, um das Klima zu schützen. Auch die Benzinpreise in dem Land werden steigen.
Maschinen der Fluggesellschaft Swiss: Zwischen 30 und 110 Franken

Maschinen der Fluggesellschaft Swiss: Zwischen 30 und 110 Franken

Foto: Steffen Schmidt/ dpa

Die Schweiz bekommt eine Flugticketabgabe. Nach der kleinen Kammer des Parlaments hat nun auch die große Kammer der Abgabe zugestimmt. Sie soll bei kommerziellen Passagierflügen pro Ticket je nach Distanz und Buchungsklasse zwischen 30 und 120 Franken (bis zu 111 Euro) betragen. Auch private Passagierflüge müssen für den Klimaschutz zahlen - je nach Größe des Flugzeugs pro Start zwischen 500 und 5000 Franken.

Durch die Abgabe sollen pro Jahr etwa 500 Millionen Franken (464 Millionen Euro) zusammenkommen. Das Geld soll teils Fluggesellschaften zugute kommen, wenn sie in erneuerbare Treibstoffe investieren. Die rechte SVP-Fraktion lehnte den Vorschlag ab. Kritiker warnten, dass Urlauber künftig Flughäfen im nahen Ausland nutzen würden.

Auch Benzin wird teurer

Mehrere europäische Länder haben seit Jahren solche Gebühren. Sie sind aber meist deutlich niedriger. In Deutschland wurde die Abgabe pro Ticket gerade auf zwischen 13 und 60 Euro erhöht.

Die sozialdemokratische Umweltministerin und Präsidentin Simonetta Sommaruga hofft, dass die Bahn den grenzüberschreitenden Verkehr ausbaut. "Das wäre dann eine echte Alternative zu einem Kurzstreckenflug."

Auch Benzin wird wegen Klimaschutzmaßnahmen teurer. Künftig müssen Treibstoffimporteure mehr klimaschädliche CO2-Emissionen kompensieren, und das vorwiegend im Inland. Sie dürfen deshalb pro Liter Treibstoff bis 2024 höchstens zehn Rappen (gut neun Cent) aufschlagen, ab 2025 bis zu zwölf Rappen.

brt/dpa
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