Knauseriges Kartell Opec fördert weniger Öl

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erwarten angesichts möglicher Überproduktionen ein Kollabieren der Märkte. Jetzt wollen die Mitgliedstaaten die Förderung zurückfahren. Beobachter sprechen von einer "überzogenen Befürchtung".

Kairo/Frankfurt am Main - Auf einer Sonderkonferenz am 30. Januar soll über die Kürzungen beraten werden, erklärten die Ölminister bei ihrem Treffen am Freitag in Kairo. Bereits zum 1. Januar werde die Opec ihre tatsächliche Förderung um eine Million Barrel pro Tag drosseln. An der Förderobergrenze von 27 Millionen Barrel pro Tag halte das Ölkartell fest. An der Londoner Ölbörse stieg der Preis für die Sorte Brent um 0,5 Dollar auf 40,20 Dollar je Barrel.

Wegen eines zu großen Öl-Angebotes droht den internationalen Ölmärkten nach Aussage des saudi-arabischen Ölministers Ali Naimi eine Destabilisierung. Daher unterstütze er eine Kürzung der über die Fördergrenze hinausgehenden Produktion, die auf eine Million Barrel pro Tag geschätzt werde, sagte Naimi der arabischen Zeitung "Al-Hayat". Es sei wichtig, einen Preiskollaps zu vermeiden.

Beobachter rechnen mit sinkender Nachfrage

Nach Einschätzung von Beobachtern sind die Befürchtungen der Opec jedoch überzogen. Die Internationale Energieagentur (IEA) senkte ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage für das kommende Jahr leicht und begründete den Schritt mit eingetrübten Aussichten für die Konjunktur. Sie erwartet demnach eine um 70.000 Barrel pro Tag verringerte Nachfrage von täglich rund 1,4 Millionen Barrel. Allerdings gebe es sehr viele Unsicherheitsfaktoren.

In den vergangenen Wochen hatte sich der Ölpreis in Erwartung eines milden Winters zwar verringert, allerdings liegt er noch immer um rund 30 Prozent über dem Stand vom Jahresbeginn. Eine Änderung des Opec-Preisbandes sei in Kairo nicht diskutiert worden, ebenso wenig habe es eine Diskussion über einen "zu verteidigenden Preis" gegeben, sagte der saudische Ölminister Naimi. Er erwarte, dass der Ölpreis sich nun normalisieren werde.