Mögliches Großprojekt Architekt will Kölner Hauptbahnhof unter die Erde legen

Ein Architekt will den Kölner Hauptbahnhof unter die Erde legen - das erinnert an die umstrittene Baustelle in Stuttgart. Die Bürgermeisterin ist nicht abgeneigt, die Bahn dementiert, die Stadt debattiert.

Nah beieinander: Kölner Dom und Hauptbahnhof (Archiv)
Oliver Berg / DPA

Nah beieinander: Kölner Dom und Hauptbahnhof (Archiv)


Der Kölner Hauptbahnhof als grüne Oase? So stellt sich Architekt Paul Böhm das Gebäude in Zukunft vor - die Regionalzüge sollen seinem Entwurf zufolge dann unterirdisch fahren. Den Fernverkehr will er auf die andere Rheinseite in einen neuen Bahnhof verlagern.

Verbunden werden sollen die beiden Bahnhöfe durch einen Tunnel unter dem Rhein. Die heutige Bahnhofshalle könne dann für kulturelle Zwecke wie Ausstellungen, Theater oder Musik genutzt werden. Die bisherige Bahntrasse würde als grüner Höhenweg mit Fuß- und Radwegen mitten durch die Innenstadt geführt, sagte Böhm.

Anfang des Monats hatte er seinen Plan im "Kölner Stadt-Anzeiger" lanciert und damit kurz vor dem 125-jährigen Jubiläum des Bahnhofs am kommenden Samstag in der Stadt eine rege Debatte ausgelöst. Der Kölner Hauptbahnhof befindet sich unmittelbar neben dem Kölner Dom. "Dieser Standort ist ja im Grunde das Herz der Stadt", sagte Böhm. "Und diese Mitte wird im Moment monofunktional für den Eisenbahnverkehr genutzt. Das finde ich nicht angemessen."

Die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker kann der Vorstellung nach den Worten ihres Sprechers "viel Positives abgewinnen". Die Deutsche Bahn dagegen reagiert reserviert: Es gebe keine Pläne, den Kölner Hauptbahnhof unterirdisch zu verlegen, sagte eine Sprecherin.

Böhm findet, dass die Bahn es sich damit zu einfach macht: "Ich habe andere Fachleute gesprochen, die sagen: 'Das ist sehr wohl umsetzbar.'" Es müssten jetzt Gespräche mit der Bahn folgen, um darüber nachzudenken, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssten, um die Tieferlegung mittelfristig realisieren zu können. Böhm hat unter anderem die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld erbaut.

kko/dpa



insgesamt 152 Beiträge
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Seite 1
th.max 20.05.2019
1. Gute Idee...
... zur Arbeitsbeschaffung und PR für den namentlich genannten Architekten. Honorar braucht ja dann nicht mehr und Steuergelder werden bei so einer guten Idee bestimmt auch nicht benötigt.
wanderarbeiter 20.05.2019
2. Irrsinn
Der Kölner Hauptbahnhof ist der lebendigste Bahnhof den ich in Deutschland kenne. Und es gibt kaum was schöneres in Köln anzukommen und von der Hohenzollernbrücke den Blick auf den Dom zu haben. Köln hat wirklich genug Fläche für Musik und Ausstellungen und brauch dazu sicher keinen Bahnhof.
Minette 20.05.2019
3. Nein!!!!!
Nicht schon wieder so einen Quatsch veranstalten! Kein 2. Stuttgart 21, kein neuer Hbf in HH, kein weiterer BER, Elphi, das wollen wir Bürger NICHT zahlen. Begreift das endlich
846627 20.05.2019
4. Au Ja!!
Ein Architekt denkt sich was hübsches aus. Bedeutet: Bahnstrecken um über 30m tiefer legen als aktuell. Mehrere Tunnel für mindestens 10 Gleise unter den Rhein legen, den Deutzer Bahnhof ebenfalls tiefer legen und gigantisch große Verknüpfungen in den Bestand. bei einer Gleisabsenkung von 10 m benötigt man 250m Strecke um an das ursprungsniveau ranzukommen. Bedeutet hier : mindestens 750m lange Anschlüsse an den Bestand (und das bei 10 Gleisen). Wo hat denn köln so viel Platz übrig?
stefanmargraf 20.05.2019
5. Das geht viel besser
Der Hauptbahnhof gehört als Durchgangsbahnhof vor die Stadt, am besten in die Nähe des Flughafens. Die Anbindung in die Stadt erfolgt mit einer einzigen Strecke einer Bahn auf Stelzen oder auch zum Tel unterirdisch. Jedenfalls ohne Straßen durch Bahnkreuzung zu blockieren. Die Bahn fährt immer (kein Fahrplan) und automatisch und am besten kostenfrei. Die freiwerdende Fläche in der Stadt durch Wegfall des Bahnhofs und der Weichen ist gigantisch, Milliarden wert und bezahlt den Bahnhof und die Zubringerbahn überkomplett.
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