Konferenz von Dschidda Saudi-Arabien verspricht mehr Öl

Der explodierende Ölpreis gefährdet die Weltwirtschaft. Im saudi-arabischen Dschidda suchen Förderer und Importeure des schwarzen Goldes jetzt nach einem Ausweg aus der Krise. Um den Ölpreis etwas zu drosseln, hat Saudi-Arabien schon mal angekündigt, seine Produktion zu erhöhen.


Dschidda - Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach Öl hat Saudi-Arabien die Erhöhung seiner Ölproduktion in Aussicht gestellt.

Konferenz-Vorsitzender Abdelasis bin Salman vor Beginn des Ölgipfels
DPA

Konferenz-Vorsitzender Abdelasis bin Salman vor Beginn des Ölgipfels

Unmittelbar vor einer großangelegten Konferenz in Dschidda sagte der stellvertretende Ölminister Abdelasis bin Salman am Samstag in der saudi-arabischen Stadt: "Wir werden die Nachfrage befriedigen. Wenn die Nachfrage nach mehr Öl da ist, werden wir mehr verkaufen."

Saudi-Arabien hat die Ölfördermenge zuletzt im Mai um täglich 300.000 Barrel angehoben, für Juli bestätigte Ölminister Ali al-Naimi am Samstag eine geplante Steigerung um weitere 200.000 Barrel täglich.

In Dschidda beraten an diesem Sonntag die größten Ölförderländer und die wichtigsten Erdölimporteure über Maßnahmen gegen den hohen Ölpreis. Eingeladen zu dem Treffen hat Saudi-Arabien die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec), große Förderländer außerhalb der Opec, Importstaaten, Ölkonzerne und Vertreter großer Investmentbanken.

Die Ölexporteure stehen unter dem Druck der Abnehmer, ihre Fördermenge zu erhöhen, um einen Rückgang des Ölpreises zu erreichen. Die Opec macht hingegen Spekulanten für den Höhenflug des Ölpreises verantwortlich.

Deutschland wird in Dschidda von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) vertreten. Er will sich gemeinsam mit anderen Großabnehmern wie Großbritannien bei der Opec für eine Erhöhung der Fördermenge einsetzen.

Am Samstag hat auch US-Energieminister Samuel Bodman eine unzureichende Förderung für den rasanten Anstieg des Ölpreises verantwortlich gemacht. Die Produktion halte nicht Schritt mit der wachsenden Nachfrage, insbesondere aus Schwellenländern wie China und Indien.

Der Ölpreis, der erst zu Jahresbeginn die Schwelle von 100 Dollar je Barrel überschritten hatte, war in jüngster Zeit bis auf knapp 140 Dollar angestiegen. Am Freitag lag der Ölpreis bei knapp 135 Dollar pro Barrel. Die meisten Experten rechnen in absehbarer Zeit mit einer Erhöhung auf über 180 Dollar. Vor zehn Jahren kostete das Fass Öl noch rund zehn Dollar. Die großen Industrieländer wie auch Volkswirte sehen in dem hohen Ölpreis eine Bedrohung für die Weltwirtschaft.

dab/AFP/AP/Reuters



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