Konjunkturprognose Bundesregierung rechnet mit stärkerem Wirtschaftswachstum

Die deutsche Wirtschaft erholt sich von den Folgen der Coronapandemie schneller als erwartet: Wirtschaftsminister Altmaier rechnet für dieses Jahr nun mit einem Wachstum von 3,5 Prozent.
Wirtschaftsminister Peter Altmaier (Archivbild): Vorsichtiger Optimismus

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (Archivbild): Vorsichtiger Optimismus

Foto: Paul Zinken/ dpa

Die Bundesregierung hebt trotz anhaltender Coronapandemie ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft an. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr um 3,5 Prozent zulegen, wie das Wirtschaftsministerium zu seinen Frühjahrsprojektionen mitteilte. Im Januar waren lediglich 3,0 Prozent veranschlagt worden. Für 2022 wird mit einem Anstieg von 3,6 Prozent gerechnet. »Spätestens 2022 werden wir unsere alte Stärke wieder erreicht haben«, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). »Unsere Wirtschaft ist stark, robust und startklar für den Neustart.« Im vergangenen Jahr war sie wegen der Coronakrise um 4,9 Prozent eingebrochen.

Bei der Frühjahrsprojektion geht das Wirtschaftsministerium von der Annahme aus, dass die weitreichenden Maßnahmen zur Beschränkung der sozialen Kontakte mit Schließungen etwa der Gastronomie im Laufe des zweiten Quartals gelockert werden können. »Gerade erfordert die dritte Corona-Welle von uns allen noch mal eine große Anstrengung. Trotzdem ist klar: Es geht langsam aufwärts und die Hilfspolitik wirkt«, erklärte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD).

Getragen werden soll die Erholung in diesem Jahr vor allem von den Exporten. Diese sollen um 9,2 Prozent wachsen angesichts der raschen Belebung wichtiger Absatzmärkte wie den USA und China. Dadurch rechnet das Ministerium mit höheren Investitionen. »Auch Nachholeffekte spielen eine Rolle, da Investitionen wegen der Krise zurückgestellt wurden«, hieß es. Der Bauboom dürfte sich ebenfalls fortsetzen, und zwar »aufgrund des Niedrigzinsumfelds und der hohen Nachfrage nach Wohnraum«. Durch die graduelle Lockerung der Corona-Beschränkungen sollen auch Binnenwirtschaft und private Konsumausgaben allmählich in Schwung kommen.

Der Arbeitsmarkt soll sich nach dem schwierigen Jahresauftakt allmählich beleben. Dennoch dürfte es 2021 zu einem Rückgang der Zahl der Erwerbstätigen um 60.000 kommen. 2022 soll dann ein Beschäftigungsaufbau um 290.000 folgen.

Die Regierung bleibt mit ihren Wachstumsprognosen leicht hinter denen der führenden Institute zurück. Diese sagen in ihrer am 15. April veröffentlichten Gemeinschaftsdiagnose – die Altmaier als Grundlage für die eigene Vorhersage dient – ein Wachstum von 3,7 Prozent in diesem und von 3,9 Prozent im kommenden Jahr voraus. Die Projektionen wiederum bilden die Grundlage für die Steuerschätzung im Mai, an denen sich die Aufstellung der öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung orientiert.

mic/Reuters/dpa
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