Wirtschaft in der Pandemie Eurozone erholt sich, aber Deutschland hinkt hinterher

Neue Daten zeigen, wie die Wirtschaft in der Eurozone wächst. In Spanien und Italien brummt das Geschäft – in Deutschland und Österreich schwächelt die Konjunktur.
Autoproduktion in Sachsen (Archivbild): Fehlende Teile setzen der Automobilindustrie zu

Autoproduktion in Sachsen (Archivbild): Fehlende Teile setzen der Automobilindustrie zu

Foto: Matthias Rietschel / dpa

Die Wirtschaft der Eurozone ist am Jahresende 2021 gewachsen – wenn auch etwas langsamer als von Experten erwartet. Die Wirtschaftsleistung (BIP) sei im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat in Luxemburg mit . Analysten hatten mit einem stärkeren Wachstum von im Schnitt 0,4 Prozent gerechnet. Im dritten Quartal waren die 19 Euroländer noch deutlich stärker gewachsen.

Das Wachstum der Mitgliedsländer fiel ungleichmäßig aus. Während Länder wie Spanien und Portugal ein Plus von 2 Prozent beziehungsweise 1,6 Prozent verzeichneten, schnitten Österreich und Deutschland schwach ab.

So sank die deutsche Wirtschaftsleistung im vierten Quartal um 0,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt hatte. Unternehmen in der Bundesrepublik machen Liefer- und Materialengpässe weiter zu schaffen. Aber auch die Konsumstimmung trübte sich ein, nachdem für Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister wieder härtere Zugangsbestimmungen gelten.

Die österreichische Wirtschaft schrumpfte zwischen Oktober und Dezember um 2,2 Prozent. So litten in Österreich insbesondere die Branchen Tourismus, Handel und Verkehr, wie das österreichische Wirtschaftsinstitut Wifo erklärte. Dies spiegele sich auch in geringeren Konsumausgaben. Die einschränkenden Maßnahmen hätten vor allem die konsumnahen Dienstleistungsbereiche betroffen, hieß es.

Omikron belastet die Stimmung

Italien verbuchte im vierten Quartal ein BIP-Wachstum von 0,6 Prozent im Quartalsvergleich. Im Gesamtjahr 2021 erzielte die italienische Wirtschaft damit ein Wachstum von 6,5 Prozent – dies ist das höchste Wirtschaftswachstum seit mindestens 27 Jahren. Allerdings hatte sich das Konjunkturklima auch in Italien zuletzt angesichts steigender Corona-Fallzahlen und neuer Beschränkungen wieder eingetrübt.

Im vergangenen Jahr hatten Lieferkettenprobleme, steigende Preise und die neue Coronavirus-Mutante Omikron der Wirtschaft in der gesamten Eurozone zugesetzt. Trotzdem wuchs die Wirtschaft laut Eurostat im Gesamtjahr um 5,2 Prozent. Im ersten Coronakrisenjahr 2020 war die Konjunktur in Europa massiv eingebrochen.

mic/dpa-AFX