Konjunktur Forscher errechnen Verluste durch WM-Tratsch

Die Fußball-Weltmeisterschaft, das steht außer Frage, hat in Deutschland den Konsum kräftig angekurbelt. Sie hat die Unternehmen aber auch einiges gekostet: Das viele Gerede über Spiele, Spieler und Geschehnisse am Rande führte wohl oder übel zu Produktivitätsverlusten.


Hamburg - Tratsch am Arbeitsplatz über die Fußball-WM hat laut einer Studie in Deutschland zu einem Produktivitätsverlust von 0,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes geführt. Demnach plauderten Arbeitnehmer während der Weltmeisterschaft im Durchschnitt täglich rund 15 Minuten lang lieber über Spieler und Ergebnisse, als ihrem Job nachzugehen, ermittelten Forscher der Universität Hohenheim in Stuttgart laut einer heute veröffentlichten Befragung.

Fußball während der Arbeitszeit: 15 Minuten Plauderei pro Tag
DDP

Fußball während der Arbeitszeit: 15 Minuten Plauderei pro Tag

Allerdings ist das kein Grund zur Beunruhigung: Das Minus wurde, zumindest gesamtwirtschaftlich gesehen, mehr als ausgeglichen. Die Experten errechneten ein Konsumplus von 4,7 Milliarden Euro.

Den Ergebnissen zufolge profitierten vor allem die Getränke-Industrie und die Gastronomie mit einem Umsatzplus von 2,1 Milliarden Euro von der Konsumfreude der Fans. An zweiter Stelle stehen Fan-Artikel, auf die 1,3 Milliarden Euro der zusätzlichen Ausgaben entfielen, gefolgt von Kleidung und Sportartikeln mit 0,9 Milliarden, Reisen mit 0,6 Milliarden und Elektroartikel mit 0,4 Milliarden Euro.

An der Befragung nahmen der Universität zufolge 904 Einwohner der 50 größten Städte Deutschlands inklusive aller WM-Städte teil. Die Umfrage war Bestandteil einer Langzeitstudie zur Fußball-WM.

kaz/ddp



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